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Clariant mit geringem Gewinnanstieg im ersten Halbjahr

Chemiker in der Forschungsabteilung von Clariant in Basel. Keystone

Der Chemiekonzern Clariant hat im ersten Halbjahr 2000 den Gewinn nur leicht erhöht. Die Übernahme des britischen Feinchemikalien-Unternehmens BTP sowie ein Sondereffekt im ersten Semester 1999 bremsten die Entwicklung.

Der Konzerngewinn der Clariant mit Sitz in Muttenz (BL), stieg im Halbjahr leicht von 277 Mio. auf 281 Mio. Franken, wie Clariant am Dienstag (29.08.) mitteilte. Wegen der 2,6 Mrd. teuren BTP-Übernahme stiegen die Finanzierungskosten und die Goodwill-Abschreibungen an. Aber auch ein einmaliger positiver Sondereffekt von 34 Mio. Franken im ersten Halbjahr 1999 wirkte sich nun negativ aus.

Besserer Gewinn für 2001 erwartet

Besser entwickelte sich das operative Ergebnis: Dieses stieg vor Goodwill-Abschreibungen um 16 Prozent auf 615 Mio. Franken. Das operative Ergebnis der Divisionen, einschliesslich BTP, stieg um 24 Prozent, der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten um 17 Prozent auf 5,295 Mrd. Franken (Lokalwährungen: 11 Prozent).

Im zweiten Halbjahr 2000 soll die operative Marge wieder leicht sinken, wie Clariant schreibt. Der Konzerngewinn dürfte aufgrund der BTP-Akquisition unter dem Vorjahreswert liegen. Für das Jahr 2001 erwartet Clariant – nach eigenen Angaben -wieder deutliche Verbesserungen der operativen Resultate und des Konzerngewinns.

Massnahmen für Cashflow-Verbesserung

Eine starke Verschlechterung verzeichnet der Cashflow: Der Geldfluss aus betrieblichen Aktivitäten sank von 597 auf 364 Mio. Franken. Wegen dieser unbefriedigenden Entwicklung sollen nun Massnahmen ergriffen werden. Dabei gehe es insbesondere um ein besseres Lagermanagement, erklärte Clariant-Sprecher Walter Vaterlaus.

Die Schuldenlast von Clariant verdoppelte sich wegen der BTP- Übernahme. Die Nettofinanzschulden stiegen um 3,2 Mrd. Franken auf 6,0 Mrd. Franken. Die vollständige Wandlung einer Wandelanleihe auf August 2000 reduziert allerdings die Schuldenlast wieder auf 5,6 Mrd. Franken.

Die erwarteten Synergien von 50 Mio. Franken bis Ende 2001 aus der BTP-Übernahme seien bestätigt worden, heisst es weiter. Die damit verbundenden einmaligen Restrukturierungskosten belaufen sich auf etwa 100 Mio. Franken und werden der Rechnung des zweiten Halbjahres belastet.

Rege Nachfrage nach Pigmenten

Leicht verbessern konnte sich im ersten Halbjahr das Geschäft mit Textil-, Leder- sowie mit Papierchemikalien. Eine deutliche Steigerung der Margen verzeichnete aber vor allem die Division Pigmente & Additive aufgrund der guten Nachfrage nach Pigmenten und verschiedenen Neuentwicklungen.

Unter Druck kam die Marge dagegen bei den Masterbatches, den farbigen Kunststoffen, die etwa für Computergehäuse benutzt werden. Ebenfalls gedrückt entwickelten sich die Funktionschemikalien, insbesondere die Waschmittelrohstoffe.

Das Geschäft mit Elektronikmaterialien konnte dagegen von der Nachfrage nach Flachbildschirmen profitieren. Bei der Division Celluloseether & Polymerisate kam die Marge unter Druck.

swissinfo und Agenturen

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