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Gefragte Sicherheitsleute

Personenkontrolle beim Bundeshaus. Vom steigenden Sicherheitsbedürfnis profitieren auch die privaten Sicherheits-Unternehmen. Keystone

Sicherheit ist in der Schweiz schon seit längerem eine gefragte Branche. Seit den Terroranschlägen in den USA und dem Amoklauf in Zug ist das Sicherheits-Bedürfnis nochmals deutlich gestiegen. Die privaten Sicherheits-Unternehmen kämpfen zunehmend mit Personalmangel.

Seit dem Anschlag auf den Zuger Kantonsrat sind beim führenden privaten Sicherheits-Unternehmen der Schweiz, Securitas AG, zwar noch keine konkreten Aufträge der öffentlichen Hand eingegangen. Laut Urs Stadler, Leiter Kommunikation, werden kurzfristige Sofortmassnahmen zurzeit durch die Polizei vollzogen.

Das Unternehmen rechne aber damit, dass mittel- und längerfristig private Anbieter gerade für dauerhafte Sicherheitslösungen der öffentlichen Hand einbezogen werden.

Securitas ist schon bisher in dieser Sparte tätig, zum Beispiel mit Patrouillen in Kernzonen von Gemeinden, in Parks und unruhigen Gebieten. Zusammen mit den SBB führen Securitas-Leute zudem interkantonale Häftlingstransporte durch.

Seit den Terroranschlägen in Amerika hat Securitas laut Stadler zahlreiche neue Aufträge von internationalen Firmen und Hotels zu erhalten.

Firmen überdenken ihr Sicherheits-Dispositiv

Bei der Protectas SA, der Nummer zwei der Branche, stiegen die Aufträge von Firmen seit dem 11. September um rund fünf Prozent, wie Generaldirektor Antoine Epiney sagte. Ein grosser Teil sei allerdings befristet gewesen und mittlerweile wieder aufgelöst. Diese Beobachtung machte auch Stadler.

Viele Firmen seien nun daran, ihr Sicherheits-Dispositiv nach den Terroranschlägen generell zu überdenken, sagte Stadler weiter. Mittelfristig rechnet er deshalb auch im privaten Bereich mit einem dauerhaften Auftragsanstieg.

Von einem Boom will man bei Securitas noch nicht sprechen. Der Sprecher räumte aber ein, dass die Aufträge der öffentlichen Hand wie auch von privaten Firmen bereits seit längerer Zeit zunahmen.

Personalmangel

Personal-Aufstockungen werden in der Branche als dringend betrachtet. Securitas sucht bereits seit einem Jahr intensiv. Trotzdem seien gerade in wirtschaftlichen starken Regionen bis zu 50 Stellen offen, sagte Stadler. Das Problem bestehe vor allem in der Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern.

Securitas beschäftigt zurzeit rund 1’800 Festangestellte und 3’700 Teilzeitangestellte. Mit einem Jahresumsatz von 250 Mio. Franken ist Securitas führend in der Schweiz und hat einen Marktanteil von etwa 60%.
Protectas beschäftigt rund 800 Voll- und 200 Teilzeitbeschäftigte . Neben den beiden Leadern Securitas und Protectas gibt es rund 300 kleinere Unternehmen.

swissinfo und Gordana Mijuk (ap)

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