Grosser Eisabbruch am Allalingletscher
Schätzungsweise 500'000 Kubikmeter Eis sind am vergangenen Sonntag (30.07.) vom Allalingletscher westlich des Mattmark- Stausees abgebrochen. Es entstand weder Personen- noch Sachschaden. In den nächsten Wochen wird mit einem weiteren Abbruch gerechnet.
Das Eis kam in sicherem Abstand zu einer Strasse und zu einem Restaurant zum Stillstand. Wie die Walliser Kantonspolizei am Dienstag (01.08.) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte, habe man das Ereignis erwartet. Eine Strasse sowie zwei Wanderwege seien deshalb vorsorglich gesperrt worden.
Nach Angaben der Walliser Behörden hat sich die Lage am Allalingletscher unterdessen wieder stabilisiert. Die aktuelle Situation lasse aber darauf schliessen, dass im südlichen Teil des Gletschers in den nächsten Wochen mit einem weiteren Abbruch von rund 50’0000 Kubikmeter Eis zu rechnen sei.
Für die Bevölkerung bestehe aber keine Gefahr; mindestens ein Wanderweg bleibe weiterhin gesperrt, erklärte ein Vertreter der Sektion Naturgefahren des Kantons Wallis.
Die 500’000 Kubikmeter Eis, welche am vergangenen Sonntag abbrachen, entsprechen in etwa der Menge Eis, die vor 35 Jahren an derselben Stelle eine Katastrophe verursachte.
1965, während des Baus der Mattmark-Staumauer, begruben die Eismassen die Baubaracken unter sich. 88 Arbeiter verloren dabei ihr Leben.
Grössere Gletscherabbrüche sind ein relativ seltenes Ereignis. Meist geht ihnen eine erhöhte Fliessgeschwindigkeit des Gletschers voraus. Verursacht wird diese normalerweise durch Niederschlags- oder Schmelzwasser.
swissinfo und Agenturen
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