The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Höhere Preise schmälern Lohnaufbesserungen

Im nächsten Jahr kommt etwas mehr aufs Lohnkonto - wegen höheren Preisen muss aber auch mehr abgehoben werden. Keystone Archive

Schweizerinnen und Schweizer können für 2002 mit höheren Löhnen rechnen. Einiges im Leben wird aber teurer. Trotzdem bleibt unter dem Strich mehr.

Die Löhne dürften im kommenden Jahr gemäss Schätzungen nominell um durchschnittlich 2,5 Prozent steigen. Damit liegt der Lohnzuwachs klar über der von Konjunktur-Experten erwarteten Teuerung von rund 1 Prozent.

Allerdings geht ein Teil des Kaufkraftgewinns von 1,5 Prozent durch die einschneidende Erhöhung der Krankenkassen-Prämien, die im Teuerungsindex nicht mitgerechnet werden, wieder verloren. Durchschnittlich 9,7 Prozent schlagen die Prämien auf. Dies ist der grösste Preissprung seit 1997. Dafür bleiben die Medikamenten-Preise nach Angaben des Branchenverbandes Interpharma eher stabil.

Trotz tieferen Hypozinsen höhere Mieten

Aufschläge sind auch im Wohnbereich, dem wichtigsten Posten der Haushaltsbudgets, zu erwarten: Rund 3 Prozent dürften die Mieten teurer werden, schätzt Peter Macher vom Mieterinnen- und Mieterverband. Hauptgrund ist die verschärfte Wohnungsnot.

Dafür dürften die Heizkosten noch günstiger werden. Die anhaltende Überproduktion drücke kurzfristig weiter auf die Preise, sagte Rolf Hartl, Geschäftsführer der Erdölvereinigung. Eine Senkung der Fördermengen sei vorerst nicht absehbar.

Auch Autofahrer werden somit von sehr günstigen Benzinpreisen profitieren. Allerdings müssen sie erstmals seit mehreren Jahren mit Preiserhöhungen bei den Motorfahrzeugversicherungen rechnen.

Aufschläge bei der Bahn

Spürbar zur Kasse gebeten werden die Benutzer des öffentlichen Verkehrs: Die SBB verteuern auf den 1. Mai 2002 ihre Normaltarife um 3,7 Prozent.

Auch bei Ferienreisen dürften die Preise anziehen. Die Branche rechnet insbesondere mit einem Anstieg der historisch tiefen Flugpreise. Airlines würden die seit den Anschlägen vom 11. September massiv höheren Sicherheitstaxen und Versicherungskosten zunehmend den Passagieren überwälzen, erklärte Walter Kunz, der Geschäftsführer des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes (SRV).

Höhere Preise für Bier und Kaffee

Wer Restaurants oder Hotels besucht, muss voraussichtlich ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Preisaufschläge von 5 bis 10 Prozent seien auf Anfang 2002 nicht unrealistisch, gab der Verband Gastrosuisse im November bekannt. Er begründete den Schritt mit den um bis zu 19,5 Prozent erhöhten Mindestlöhnen.

Kaffeeliebhaber müssen – trotz einmalig tiefen Rohstoffpreisen – sogar Aufschläge von bis zu 15 Prozent oder bis zu 50 Rappen pro Tasse hinnehmen. Auch wer sich ein Bier genehmigen will, muss mehr Kleingeld auf den Tisch legen: Etliche Brauereinen kündigten aufgrund der vom Bundesrat auf Janaur 2002 heraufgesetzten Biersteuer Preiserhöhungen um 2 bis 3 Prozent an.

Unsicherheit bei Tabakwaren

Im Detailhandel zeichnet sich – anders als im Vorjahr -teilweise ebenfalls eine gewisse generelle Verteuerung ab. Coop-Sprecher Karl Weisskopf begründete dies ebenfalls mit höheren Löhnen. Insbesondere für Rindfleisch dürften die Preise ansteigen, sofern die Produktion tatsächlich zurückgehe.

Tabakwaren dürften im Jahresverlauf aufschlagen, sofern der Bundesrat die Tabaksteuer erhöht. Mit günstigeren Preisen rechnet Weisskopf dagegen bei Gemüse und Salat, da diese im Frühjahr 2001 witterungsbedingt eher teuer gewesen seien.

Telefonieren wird günstiger

Auf günstigere Preise können die Konsumenten in der Telekommunikation zählen. In den vergangenen Jahren sanken vor allem die Festnetztarife. Jetzt kommen gemäss Angaben der Wettbewerbs-Kommission und der Swisscom zunehmend die Handy-Tarife unter Druck.

swissinfo und Thomas Schürpf, sda

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft