Kino: Weiterhin geliebt, aber weniger besucht
Schweizer lieben zwar Kinofilme, haben aber ihr Konsumverhalten geändert. Sie gehen seltener ins Kino - laut einer Studie vor allem aus Zeitmangel. Die eifrigsten Kinogänger sind dabei auch die fleissigsten DVD-Konsumenten.
63% der über 15-Jährigen sind letztes Jahr mindestens einmal ins Kino gegangen. Das liegt über dem EU-Durchschnitt von 51% (2007). Allerdings ist die Tendenz fallend, wie eine gemeinsame Erhebung durch das Bundesamt für Kultur (BAK) und das Bundesamt für Statistik (BFS) ergeben hat.
2002 ging noch jeder Schweizer durchschnittlich 2,5 Mal ins Kino, 2008 nur noch 1,8 Mal. Das entspricht einem Rückgang um 29% gegenüber 11% in der EU.
Am liebsten gehen die Jungen ins Kino: 2008 haben nur 9% der 15- bis 24- Jährigen keine Vorstellung besucht.
Die BSF-Statistik bestätigt andere Studien, beispielsweise den Einfluss von Einkommen und Bildung auf die Häufigkeit von Kinobesuchen. So sind 57% der Schweizer mit niedrigem Einkommen letztes Jahr nie ins Kino gegangen. Bei den besser Verdienenden waren es nur 25%. Bei der Bildung verhält es sich ähnlich.
«Kinogänger haben prinzipiell eine höhere Bildung und verdienen mehr als die Kino-Abstinenten», sagt Studienautor Umberto Tedeschi.
Fast 60% der Befragten haben Filme auf DVD oder dank Video on Demand (VoD) per Kabel oder Internet gesehen, davon jeder Fünfte mindestens einen pro Woche.
Auch diese Form des Filmkonsums steigt mit der Höhe von Einkommen und Bildungsgrad. «Die, die am häufigsten ins Kino gehen, nutzen auch DVD oder VoD am fleissigsten», sagt Tedeschi.
swissinfo.ch und Agenturen
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