KOF/ETH schraubt Konjunktur-Prognose zurück
Auch die KOF/ETH hat ihre Wachstumsprognose zurückgenommen. Anstelle des im Frühjahr prognostizierten BIP-Wachstums von 2,1% wird für dieses Jahr noch ein Anstieg von 1,9% erwartet. Das Swissair-Debakel dürfte vor allem längerfristige Auswirkungen haben.
Die von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF/ETH) vorgenommene leichte Korrektur nach unten beim Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) wurde an einer Pressekonferenz in Zürich auf das schwächere weltwirtschaftliche Umfeld zurückgeführt. Im Jahr 2002 erwartet die KOF/ETH ein BIP-Wachstum von 1,7% (Frühjahresprognose: 1,6%) und im Jahr 2003 ein solches von 2,0%.
Rückgang der Exporte
Wegen des schwächeren Umfelds wird auch das Wachstum der Exporte gebremst: Bei den Ausfuhren werden für 2001 und 2002 noch Steigerungen von je 2,0% (4,1% bzw. 3,4%) erwartet. Wichtiger Motor bleibt der private Konsum, der 1,9% (unverändert) beziehungsweise 1,8% (1,6%) ansteigen wird.
Höhere Löhne
Die Lohnzunahmen werden auf Grund einer weiteren Verbesserung der Arbeitsmarktlage mit 2,5 % beziehungsweise 2,8 % kräftig ausfallen. Die Arbeitslosenquote wird dieses und nächstes Jahr bei je 1,8% und im Jahr 2003 bei 1,7% liegen.
Geringere Auswirkungen der Terroranschläge
In den USA zeichnet sich laut der KOF/ETH eine Stabilisierung der Lage noch in diesem Herbst ab, die im Verlauf des nächsten Jahres in eine graduelle Erholung der Weltwirtschaft münden dürfte. Diese Einschätzung basiere wesentlich darauf, dass die private Konsumnachfrage nicht einbricht.
An Faktoren, die das Konsumenten-Vertrauen belasten können, mangelt es laut Angaben der KOF/ETH-Ökonomen nicht; mit den Terroranschlägen am 11. September ist ein weiterer hinzu gekommen, wobei die Auswirkungen in den USA im Vergleich zu anderen Ökonomen von der KOF/ETH als weniger gravierend eingeschätzt werden.
«Wir versuchen, uns auf Daten zu stützen, und nicht auf Impressionen», begründete der KOF/ETH-Leiter Bernd Schips diese Annahme. Sollten Indikatoren aber auf eine Verschlechterung der Konsumenten-Stimmung in den USA hinweisen, müsste die KOF/ETH auf ihre Einschätzung zurückkommen.
Langfristige Auswirkungen des Swissair-Debakels
Die Auswirkungen des Swissair-Debakels sind laut Schips noch nicht genau abschätzbar, dürften aber vor allem längerfristige Einflüsse haben, die auch auf die Finanzinstitute abfärben könnten. Die Swissair habe im Ausland bisher als Zeichen für Qualität und Sicherheit gegolten. Wenn diese Eigenschaften in Zweifel gezogen werden, sei es nicht ausgeschlossen, dass man deswegen im Ausland auch an den Finanzinstituten zu zweifeln beginnen könnte.
swissinfo und Agenturen
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