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Konsumieren will gelernt sein

In den Läden stehen undeklarierte Gentech-Artikel - zum Ärger der Konsumentenschützer. Keystone

Der diesjährige Welttag der Konsumentenrechte ist der Deklaration von Gentech-Food und der Wahlfreiheit gewidmet.

Um eine echte Wahl zu haben, brauche es eine umfassende Produkte-Information, halten verschiedene Konsumenten-Organisationen fest.

Konsument sein will gelernt sein, betont das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen anlässlich des Welttages. Gut informierte Konsumentinnen und Konsumenten bildeten die Grundlage für einen funktionierenden Markt.

Internet-Plattform für Konsumierende

Um einen «gebildeten» Konsumenten heranzuziehen baut das Büro für Konsumentenfragen derzeit eine Internet-Seite mit umfassender Information für Konsumenten auf. Sie soll vor allem Schulen und Interessierten Informationen über Konsumfragen zugänglich machen. Anfang 2006 soll diese Plattform betriebsbereit sein.

Für Véronique Matthey von der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC gibt es in der Schweiz bis dahin allerdings noch viel zu tun. Sie kritisierte insbesondere, dass in Verträgen die allgemeinen Bedingungen noch immer klein gedruckt werden könnten.

Gentech-Food im Gestell

Mit neuen Deklarationsvorschriften, so die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), werde für die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz die Wahlfreiheit zur Zeit relativ gut gewährleistet. Dennoch werde im Laden unfreiwillig nach GVO-Lebensmitteln gegriffen: Milchprodukte, Eier und Fleisch von Tieren, welche GVO-Futter verabreicht bekamen, würden weiterhin nicht entsprechend deklariert.

Deshalb machte die SKS am Dienstag mit Standaktionen in Bern auf den Welttag aufmerksam. An Ständerätinnen und Ständeräte, die am Dienstag im Bundeshaus die Gentechfrei-Initiative berieten, wurde entsprechendes Informationsmaterial verteilt.

Genützt hat es nicht viel. Der Ständerat beschloss noch gleichentags mit deutlicher Mehrheit die Ablehnung der Volksinitiative für «Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft» beschlossen. Er hat damit Abstand genommen von einem fünfjährigen Verbot der Anwendung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft.

Die Initiative selber fordert den Verzicht auf den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Landwirtschaft und auf gentechnisch veränderte Tiere für die Lebensmittel-Produktion.

Kennedy als Konsumentenschützer

Der World Consumer Rights Day hat seine Wurzeln in einer Erklärung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy. Erstmals bezeichnete er am 15. März 1962 die vier Grundrechte der Konsumentinnen und Konsumenten (das Recht auf Sicherheit und Sichere Produkte, umfassende Information, freie Wahl und das Recht, gehört zu werden). Seit 1983 wird der 15. März als Welttag der Konsumentenrechte gefeiert.

swissinfo und Agenturen

Am 15. März 1962 hatte der damalige US-Präsident John F. Kennedy vier Grundrechte der Konsumenten formuliert.

1973 hat die Schweiz die Vereinbarung zum Schutz der Konsumente des Europarates unterzeichnet.

Seit 1983 wird der Welttag der Konsumenten am 15. März begangen.

Das Büro für Konsumentenfragen ist beim Bund zuständig für die Konsumentenpolitik.

Es setzt sich für die Wahrung der Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten ein.

Es wurde 1965 geschaffen.

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