Notenbanken – ohne die Schweiz – intervenieren zu Gunsten des Euro
Notenbanken aus Europa, Japan und den USA haben am Freitag (22.09.) gemeinsam am Devisenmarkt zur Stützung des Euro interveniert. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nahm an der Aktion nicht teil.
Die Stützungskäufe seien aus Sorge der Beteiligten über die Auswirkungen der Euro-Schwäche auf die Weltwirtschaft erfolgt, teilte die EZB am Freitag mit. Unmittelbar nach der Intervention legte der Euro um mehr als zwei US-Cents auf kurzzeitig über 0,90 Dollar zu, gab danach aber wieder etwas nach.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nahm an der Aktion nicht teil. Die SNB liess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit der Aussage bewenden, dass sie an der gemeinsamen Aktion nicht teilgenommen habe. Einen Kommentar wollte Nationalbank-Sprecher Werner Abegg nicht abgeben.
Schweizer Wirtschaft hofft
Die Schweizer Wirtschaft begrüsst die Intervention der Zentralbanken: «Ein bodenloser Sturz des Euro beeinträchtigt unsere Exporte», erklärte Urs Rellstab, der Sprecher von economiesuisse. Der vergangene Woche aus dem Industrieverband (Vorort) und der Wirtschaftsförderung fusionierte Dachverband hoffe, dass die Massnahmen den Euro tatsächlich stabiliserten.
Für eine langfristige Erholung des Euro reicht die Intervention nach Ansicht des Verbandes allerdings nicht aus. Dazu sei ein nachhaltiges Vertrauen in die Gemeinschaftswährung nötig. Dieses sei nicht mit Interventionen sondern nur mit einer entsprechenden Wirtschaftspolitik der Mitgliederländer zu erreichen.
Gerhard Grebe vom Zürcher Bankhaus Julius Baer erklärte, er habe mit einer Intervention gerechnet, allerdings nicht vor dem Treffen der Finanzminister der sieben wichtigsten Industriestaaten (G-7) am Samstag in Prag. Ein starker Euro sei jedenfalls im gemeinsamen Interesse der Euro-Zone, der USA und Japans.
An den Märkten war während der letzten Monate wiederholt bezweifelt worden, ob die Europäer wirklich Interesse an einem schnellen Eurokurs-Anstieg hätten. Der schwache Euro-Kurs hatten den europäischen Ausfuhren zusätzliche Impulse gegeben.
swissinfo und agenturen
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