Richemond- Gruppe investiert in Schweizer Luxushotels
Hinter den geheimnisumwitterten Käufern von sechs Schweizer Luxushotels steht die Luxemburger Richemond Hotels Holding. Diese will über 100 Mio. Franken für die Modernisierung der Häuser ausgeben.
An der Richemond-Gruppe mit Sitz in Luxemburg halte die Familie Descours die Mehrheit, sagte Richemond-Präsident Christopher Descours gegenüber Westschweizer Zeitungen. «Wir sind von einigen industriellen Freunden umgeben. Mehr kann ich dazu nicht sagen», sagte er in Interviews mit der «Tribune de Genève» und «24 Heures».
Die Gruppe von Industriellen, die aus Frankreich, Belgien und der Schweiz kommen sollen, hat in den letzten Monaten über die Genfer Banque de Patrimoines Privés (BPG) sechs Luxushotels zusammengekauft. Begonnen hatte die Einkaufstour Ende März mit der Übernahme der Genfer Nobelherberge «Richemond».
Danach kaufte die BPG das Fünf-Stern-Hotel «Drei Könige» in Basel, dessen Ursprünge auf das Jahr 1026 zurückgehen. Damit ist es das älteste Hotel Europas. Zudem erwarb die Bank den «Schweizerhof» in Bern, den Bürgenstock-Komplex am Vierwaldstättersee und die Lausanner Nobelherberge «Royal-Savoy». Der letzte Streich war die Übernahme des Zürcher «Arabella Sheraton Atlantis Hotel» Anfang Juni.
Millioneninvestitionen
Descours will mehr als 100 Mio. Franken investieren, um die Fünf- Stern-Hotels zu modernisieren und die Kapazität von 800 auf über 1000 Zimmer zu erhöhen. An der Spitze des Managements soll eine ausschliesslich Schweizer Gesellschaft unter der Führung der Familien Gauer und Armleder stehen, sagte der Richemond-Präsident.
Die Familie Descours stand rund 50 Jahre an der Spitze der Textil- und Schuhgruppe André. Vor wenigen Monaten wurde sie vor die Tür gesetzt, als amerikanische Investoren die Mehrheit bei André übernahmen.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch