Sabena: Streik statt Geld verdienen
Die angeschlagene belgische Fluggesellschaft Sabena, an der die Swissair beteiligt ist, hat im ersten Halbjahr 2001 mehr Verlust eingeflogen als erwartet. Das Minus beläuft sich auf rund 138 Mio. Euro (ca. 210 Mio. Franken). Die Proteste der Gewerkschaften gehen weiter und führen zu Absagen von Flügen.
Diese Zahlen gab die Unternehmens-Leitung nach einem Treffen mit Arbeitnehmer-Vertretern am Donnerstag (09.08.) in Brüssel bekannt. Bei der Zusammenkunft sollten die Gewerkschafter über den neuesten Sanierungsplan informiert werden, der laut Medienberichten den Verkauf von Unternehmensteilen und den Abbau von bis zu 2’000 der etwa 12’000 Arbeitsplätze vorsieht.
Sabena gehört zu 50,5% dem belgischen Staat und zu 49,5% der Swissair Group.
Unterdessen setzte ein Teil des Bodenpersonals seinen Streik fort. Bis zum frühen Nachmittag fielen nach Angaben eines Sabena-Sprechers deshalb 44 von 68 innereuropäischen Flügen aus.
Bereits am Mittwoch hatte Sabena wegen der Behinderungen am Brüsseler Flughafen Zaventem 80 Kontinentalflüge annulliert.
Die Swissair wollte weder das Halbjahresergebnis noch die Abbaupläne kommentieren. Dies sei eine interne Angelegenheit der belgischen Flug-Gesellschaft, sagte Swissair-Sprecher Jean-Claude Donzel.
Die Proteste gegen den neuen Sanierungsplan für die angeschlagene belgische Fluggesellschaft Sabena gehen weiter. Beschäftigte der Gepäckabfertigung setzten am Freitag (10.08.) ihren Streik fort und besetzten nach Angaben eines Sabena-Sprechers die Zufahrten zum Brüsseler Flughafen Zaventem. Erneut sagte das Unternehmen für den Vormittag 16 innereuropäische Flüge ab.
swissinfo und Agenturen
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