SAir-Finanzchef: Aufbauphase erfordert viel Geduld
Der Um- und Aufbau der Qualiflyer Group mit der Swissair im Zentrum erfordert laut Finanzchef Georges Schorderet viel Geld und Zeit. Die SAirGroup sei gegen eine Radikalkur, welche die Entlassung vieler Mitarbeitender zur Folge hätte.
Mit der Qualiflyer Group habe die SAirGroup erheblich in die Zukunft investiert, sagte Schorderet in einem am Samstag (23.09.) veröffentlichten Interview mit der «Finanz und Wirtschaft». Er glaube an die von der SAirGroup eingeschlagene Strategie.
Tiefer Aktienkurs
Der Druck auf die SAirGroup hat sich in den letzten Monaten verstärkt, nachdem der Aktienkurs auf den tiefsten Stand seit Herbst 1998 gefallen ist. Am Freitag schloss der Namentitel mit 246,75 Franken. Zu Jahresbeginn waren es noch 350 Franken gewesen.
Auch verglichen mit der Konkurrenz hat die SAir-Aktie in den letzten zwei Jahren an Terrain verloren. Schorderet relativierte den Kursrückgang jedoch. Nehme man den Vergleich ab Januar 1996, schneide die SAirGroup besser ab als viele Konkurrenten.
Keine Radikalkur à la Sulzer
Laut Schorderet kommt eine Radikalkur à la Sulzer nicht in Frage. Das Management der SAir Group fühle sich gegenüber seinen weltweit 70’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtet.
Die SAir Group opfere nicht 10’000 Arbeitsplätze, nur um in den nächsten paar Wochen von der Börse mit Applaus belohnt zu werden. «Wir wollen den Konzern so strukturieren, dass wir mittelfristig eine Rolle in der europäischen Airline-Industrie spielen können. Diese Strategie erfordert auch von den Aktionären viel Geduld», sagte Schorderet.
swissinfo und Agenturen
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