«Sbrinz» sucht Schutz
Vollfett, extra-hart und mit einem Durchmesser von 45 bis 65 Zentimeter- der "Sbrinz" will sich vor unliebsamer Nachahmung schützen.
Der in der Zentralschweiz hergestellte Käse wurde schon im 16. Jahrhundert nach Brienz gebracht und von dort exportiert. Offenbar haben die Italiener den Käse nach diesem Handelsplatz benannt und damit die Bezeichnung «Sbrinz» geschaffen.
Das Unverwechselbare
Den typischen Geschmack verdankt der «Sbrinz» der silagefreien Fütterung der Kühe, der Verarbeitung in «Kupferkessi» oder Kupferfertigern sowie der Verwendung traditioneller Milchsäurekulturen. Die naturbelassene Rohmilch gibt ihm eine würzige Note. Das Futtergras der Kühe ist geprägt durch das Klima der Zentralschweiz.
Hergestellt wird der «Sbrinz» gemäss Pflichtenheft in den Kantonen Schwyz, Luzern, Zug, Ob- und Nidwalden, dem Bezirk Muri (AG), den Gemeinden Obersteckholz, Lotzwil und Langenthal (BE) sowie den drei Milcheinzugs-Gebieten in den Bezirken See, Gaster und Neutoggenburg (SG).
Das Rauhfutter der Kühe muss zu mindestens 70 Prozent aus dem geografischen Gebiet stammen. Der «Sbrinz» muss zudem während mindestens 16 Monaten gelagert worden sein, 12 Monate innerhalb des geografischen Gebietes.
Fünf haben das Label
Mit dem AOC-Register lassen sich Gebietsnamen und traditionelle Bezeichnungen landwirtschaftlicher Produkte schützen, deren Qualität und Haupteigenschaften durch die geografische Herkunft bestimmt werden. Ist ein Name geschützt, darf er nur von Produzenten dieses Gebiets benutzt werden, wobei ein detailliertes Pflichtenheft gilt.
Bisher haben fünf Produkte das begehrte Label erhalten, nämlich die Käse «Etivaz», Greyerzer und «Tête de moine», der Maisgriess «Rheintaler Ribel» und der Walliser Birnenschnaps «Eau-de-vie de poire du Valais». Zwei Dutzend Gesuche sind nach Auskunft des Bundesamtes hängig.
swissinfo und Agenturen
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