Schmiergeld aus Taiwan auf Schweizer Konten
Im Zusammenhang mit einer Lieferung von Kriegsschiffen des französischen Rüstungskonzerns Thomson an Taiwan sollen 400 Mio. Franken auf Schweizer Banken gesperrt worden sein. Dies berichtet "Le Temps" in ihrer neuesten Ausgabe. 250 Mio. Franken wurden bereits vor zwei Wochen gesperrt. In die Affäre ist der frühere französische Aussenminister Roland Dumas verwickelt.
Wie die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» in der Ausgabe von Samstag (30.06.) berichtet, sollen rund 400 Mio. Franken auf Konten der Schweizer Banken «Banca della Svizzera Italiana», «Sarasin» und «Julius Baer» von der hiesigen Justiz gesperrt worden sein. Die Gelder wurden in Zusammenhang mit einer Lieferung von Kriegsschiffen des französischen Rüstungskonzerns Thomson an Taiwan gebracht.
Die Konten gehören einem Sohn und der Ehefrau von Andrew Wang, der 1991 den Verkauf von sechs französischen Fregatten an Taiwan eingefädelt haben soll. In die Affäre ist auch der frühere französische Aussenminister Roland Dumas verwickelt. Beim Verkauf der Fregatten an Taiwan 1991 soll ein Teil der meist als Kommissionen deklarierten Schmiergelder zurück nach Frankreich geflossen sein. Die gesperrten Gelder sind verknüpft mit der Korruptionsaffäre um den ehemaligen französischen staatlichen Ölkonzern Elf Aquitaine.
Das Verfahren wurde auf Grund von Verdachtsmeldungen der Schweizer Banken sowie von liechtensteinischen Instituten eingeleitet. In Liechtenstein wurden letzte Wochen entsprechende Konten gesperrt. Dort soll es sich um 38 Mio. Euro handeln.
Der Fall sei bei der Meldestelle für Geldwäscherei angegeben worden, sagte Jan Bielinski, Pressesprecher der Bank Julius Bär, am Samstag. Den Betrag der gesperrten Gelder nannte Bielinski nicht. «Wir sind nicht erfreut, ausgenutzt worden zu sein», sagte er weiter.
Nachdem die französische Staats-Anwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hatte, wurden vor zwei Wochen bereits bei der Schweizer Credit Suisse Group Depots im Umfang von 250 Millionen Franken blockiert.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch