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Sulzer Medica in Zukunft alleine

Die Aktionäre stimmten einem Spin-Off zu - eine Folge des negativen Einflusses des Hüftgelenk-Debakels. swissinfo.ch

Sulzer Medica steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Aktionäre stimmten am Montag (09.07.) in Zürich der Abspaltung vom Sulzer-Konzern zu. Die Folgekosten aus dem Hüftgelenk-Debakel und dem Spin-off werden tiefe Spuren hinterlassen, sagte Verwaltungsrats-Präsident Max Link. Er schloss Sabotage beim Debakel nicht aus.

Die 400 Aktionäre, die mit rund 7,6 Millionen Stimmen 76,1 Prozent des Aktienkapitals repräsentierten, stimmten an der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) in der Zürcher Messe den für die Abspaltung erforderlichen Statutenänderungen diskussionslos mit nur einer Gegenstimme zu.

Im Mittelpunkt der GV standen aber die Probleme um die verunreinigten künstlichen Hüftgelenke in den USA. Die Folgekosten der Produktprobleme in den USA, aber auch die Kosten der Abspaltung von Sulzer dürften in der Gewinn- und Verlustrechnung von Sulzer Medica tiefe Spuren hinterlassen, sagte Link. Die Versicherungsdeckung von 400 Mio. Franken werde voraussichtlich nicht ausreichen, um alle Ansprüche abzudecken.

Sabotage nicht ausgeschlossen

Die Zahl der Neuoperationen von künstlichen Hüftgelenken hat sich inzwischen auf 2’200 erhöht. Bei den Kniegelenken sind es 140 Reoperationen. Die Zahl der Klagen in den USA beläuft sich auf 1’000, davon 60 Sammelklagen.

Sulzer Orthopedics in Austin werde aber für alle Folgen geradestehen müssen, sagte Link. Er gab an der GV auch zu, dass sie mit einem der renommiertesten und grössten Privatdedektiv-Unternehmungen Kontakt aufgenommen hätten, da Sabotage bei den verunreinigten Hüftgelenken nicht ausgeschlossen werde.

Der Umsatz von Sulzer Medica entwickelte sich im ersten Halbjahr 2001 mit einer Steigerung von fünf Prozent auf 720 Mio. Franken nur dank Akquisitionen positiv. In den USA gingen die Verkäufe im Bereich Gelenkimplantate und Traumatologie aber um vier Prozent auf 140 Mio. Franken zurück.

Sulzer Medica soll Namen ändern

Die wegen des Spin-offs anfallenden Kosten wurden gemäss einer vertraglichen Regelung aufgeteilt. Demnach bezahlt Sulzer Medica 18,8 Mio. Franken, Sulzer übernimmt die Kosten von 31,3 Mio. Franken. Darin enthalten sind auch die Kosten der Abwehr des Übernahmeversuchs durch die Incentive Capital AG. Auf Wunsch von Sulzer wird Sulzer Medica in absehbarer Zeit den Namen ändern. Mit Steffen Gay und Jim Leng wurde zwei neue Mitglieder in den künftig vierköpfigen Verwaltungsrat gewählt; die bisherigen Sulzer-Vertreter sind ausgeschieden.

swissinfo und Agenturen

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