Sulzer Medica: Konsequenzen aus Hüftgelenk-Debakel
Der Winterthurer Konzern Sulzer Medica zieht die Konsequenzen aus dem Debakel mit verschmutzten künstlichen Hüftgelenken. Der Chef der zuständigen US-Tochter Sulzer Orthopedics, Gary E. Sabins, wird ausgewechselt, und die Sparte regional aufgeteilt.
Künftig wird der Bereich Gelenkimplantate und Traumatologie in zwei regionalen Einheiten geführt, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Donnerstag (05.07.) hervorgeht. Sulzer Orthopedics Europa/Asien und Lateinamerika wird den Sitz in Baar (RG) haben, Sulzer Orthopedics USA bleibt in Austin (Texas).
«Diese Organisation erlaubt es, das Orthopädie-Ggeschäft stärker auf regionale Marktbedürfnisse auszurichten», wird Verwaltungsratspräsident Max Link in der Mitteilung zitiert.
Sabins muss den Konzern verlassen. Er wird in den USA durch David Floyd ersetzt, der bisher für den Vertrieb in den USA zuständig gewesen war. Richard Fritschi wird Geschäftsführer der Gesellschaft in Baar. Fritschi und Floyd werden zudem direkt dem Präsidenten der Geschäftsleitung von Sulzer Medica unterstellt.
Zahl der Neu-Operationen weiter gestiegen
Ein Ende der Probleme mit Hüftgelenken und Schienbein-Platten ist derweil nicht in Sicht. Die Zahl der Neuoperationen ist auf rund 2’100 angestiegen. Das sind 200 mehr als noch vor zwei Wochen.
Sulzer Medica hatte 25’000 Hüftschalen und Kniegelenke vom Markt zurückgerufen. Dem Unternehmen stehen aus den USA happige Klagen in Haus.
swissinfo und Agenturen
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