Swiss Re schreibt Verlust im zweiten Quartal
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat im zweiten Quartal einen Reinverlust von 381 Mio. Fr. erlitten. Schuld sind Wertberichtigungen und Bewertungsverluste auf Absicherungsgeschäften. Swiss Re will nun 14 der weltweit 73 Niederlassungen schliessen.
Der Verlust kommt überraschend: Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Reingewinn von 215 Mio. Fr. gerechnet. Allerdings hatte die Bandbreite der Schätzungen weit auseinander gelegen. Im Vorjahresquartal hatte die Swiss Re einen Gewinn von 564 Mio. Fr. verbucht.
Der Verlust sei zur Hauptsache auf drei Faktoren zurückzuführen, teilte der Rückversicherer am Mittwoch mit: Erstens belasteten Bewertungsverluste auf Absicherungen von Unternehmensanleihen das Ergebnis mit 1,1 Mrd. Franken. Zweitens reduzierten Wertberichtigungen – vorwiegend auf verbrieften Produkten – das Ergebnis um 600 Mio. Franken.
Und drittens habe sich die Kreditwürdigkeit der Swiss Re während des Quartals stark verbessert, was jedoch zu einem Bewertungsverlust von 431 Mio. geführt habe.
Nun drückt der Rückversicherer auf die Kosten: Im zweiten Quartal habe man mit der Schliessung von 14 der 73 Niederlassungen weltweit begonnen. Durch die Kostensenkungsmassnahmen habe die Swiss Re im ersten Halbjahr über 300 Mio. Fr. vor Restrukturierungskosten gespart.
Im April hatte die Swiss Re den Abbau von weltweit 1200 Stellen angekündigt. Bis Ende nächsten Jahres sollten dadurch die Betriebskosten um 400 Mio. Fr. gesenkt werden.
swissinfo.ch und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch