UBS-Affäre: «Weitere Verzögerungen möglich»
Angesichts der schwierigen Verhandlungen um eine Einigung im Steuerstreit rund um die Grossbank UBS schliesst Martin Naville, Direktor der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, einen weiteren Aufschub nicht aus.
Zwar rechnet Naville nach wie vor mit einem aussergerichtlichen Vergleich im Streit zwischen der US-Steuerbehörde und der Schweizer Grossbank UBS.
Die Verhandlungen seien jedoch sehr kompliziert, und es sei deshalb nicht auszuschliessen, dass auch in der kommenden Woche noch keine definitive Einigung gefunden werde, sagte der Leiter der Swiss-American Chamber of Commerce am Samstag am Schweizer Radio DRS.
Die Möglichkeit eines Scheiterns der Vergleichsverhandlungen und eines nachfolgenden Prozesses in den USA erachtet Naville aber als gering. Grundsätzlich hätten sowohl die USA wie die Schweiz ein Interesse an einer Einigung. Beide Seiten wollten nun aber noch Vorteile in Detailfragen erzielen, weshalb jetzt noch «um jedes Komma» gefeilscht werde.
Das allgemeine Verhältnis zwischen der Schweiz und den USA beurteilt Naville trotz der dunklen Wolken im Fall der UBS als gut. Insofern seien auch die Spannungen im Zusammenhang mit dem Steuerstreit zu relativieren.
Bei der umstrittenen Auseinandersetzung rund um die Schweizer Grossbank geht es um eine Zivilklage der US-Steuerbehörde IRS zur Herausgabe von bis zu 52’000 Kundendaten mutmasslicher Steuerbetrüger unter den UBS-Kunden.
Vor gut einer Woche hatten sich die beteiligten Parteien im Grundsatz auf einen aussergerichtlichen Vergleich geeinigt. Am Freitag kam es jedoch entgegen den zunächst geäusserten Erwartungen erneut nicht zu einer Einigung, und die Kontrahenten wurden in eine weitere Verhandlungsrunde geschickt. Die nächste Standortbestimmung soll nun am kommenden Mittwoch erfolgen.
swissinfo.ch und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch