Vier von fünf neu gegründeten Firmen überleben erstes Jahr
Vier von fünf neuen Unternehmen überleben das Gründungsjahr. waren 83 Prozent der zwischen 1996 und 1997 neu gegründeten Unternehmen ein Jahr später noch aktiv.
Das Überleben der jungen Unternehmen hänge laut einer am Donnerstag (20.07.) veröffentlichten Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) primär vom Wirtschaftssektor ab. Demnach sind im sekundären Sektor (Industrie und Gewerbe) nach einem Jahr noch 88 Prozent der neuen Unternehmen aktiv, im tertiären Sektor (Dienstleistungen) dagegen nur noch 82 Prozent.
Im sekundären Sektor weisen gemäss BSF-Studie die Branchen des Industriesektors und des verarbeitenden Gewerbes mit 84 Prozent sowie der Bausektor mit 91 Prozent eine überdurchschnittliche Überlebensrate auf.
Im tertiären Bereich dagegen seien die Ergebnisse differenzierter. Neben den tiefen Werten von Branchen wie dem «Handel, Reparatur- und Gastgewerbe» sowie dem Kreditgewerbe (78 und 76 Prozent) fänden sich auch positivere Ergebnisse wie jenes der Dienstleistungen für Unternehmen (86 Prozent).
Ausgangsgrösse wichtiger Faktor
Zudem zeige die Studie, die auf der Basis einer BSF-Statistik zur Unternehmensdemografie beruhe, dass die Ausgangsgrösse ein wichtiger Faktor für das Überleben eines Unternehmens sei: Je grösser die Ausgangsgrösse eines Unternehmens, desto grösser seien auch dessen Überlebenschancen.
Unternehmen mit einem Beschäftigten würden das erste Jahr nur gerade in rund 80 Prozent der Fälle überleben. Dieser Wert nehme mit steigender Ausgangsgrösse zu und erreiche bei Unternehmen mit ursprünglich mindestens fünf Beschäftigten eine Überlebensrate von 95 Prozent.
Das BSF zieht aus diesen Beobachtungen den Schluss, dass die Unternehmen, die von Anfang an über eine gute wirtschaftliche Struktur verfügten, am widerstandsfähigsten seien. Dies würde gemäss BSF auch die höhere Überlebensrate im sekundären Sektor, in dem eine Neugründungen in der Regel ein höheres Startkapital, intensivere Vorarbeiten und mehr Personal erfordere, erklären.
Nur selten Wachstum im ersten Jahr
In der Regel wachsen jedoch neue Unternehmen im ersten Jahr laut BSF-Studie kaum. Durchschnittlich würden sie nur um 0,4 Beschäftigte zulegen und nur 4 Prozent könne die Zahl der Beschäftigten erhöhen. Bei den meisten bleibe die Beschäftigung eher stabil oder schrumpfe sogar (79 Prozent). Beim Rest handelt es sich um jene Unternehmen, die aufgegeben haben.
Die Rechtsform eines Unternehmens scheint dagegen keine entscheidende Rolle für sein Überleben zu spielen. Mit 82 Prozent liegen die Personengesellschaften zwar leicht unter dem Mittel aller Rechtsformen zusammen, befinden sich jedoch trotzdem in der Nähe der Kapitalgesellschaften (84 Prozent).
Vergleichbare Tendenzen in anderen Ländern Europas
Die hier für die Schweiz beschriebenen Trends werden gemäss BSF- Communiqué durch vergleichbare Studien auf europäischer Ebene bestätigt. Die erwähnte Einjahresüberlebensrate von 83 Prozent bewegesich in der Gegend anderer europäischer Länder, wo rund 80 Prozent der neuen Unternehmen nach einem Jahr noch aktiv seien.
swissinfo und Agenturen
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