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Zügig besser telefonieren

Die Mobil-Telefonie im Zug soll besser werden - und für die Nicht-Telefonierenden gibts ja noch immer die Ruhewagen. Keystone Archive

Wer sein Mobiltelefon in Intercity-Zügen verwendet, muss sich nicht selten über Verbindungs-Abbrüche ärgern. Das soll sich nun ändern. Die Intercity-Züge werden technisch aufgerüstet, um einen durchgehenden Empfang sicherzustellen.

Die SBB und die Mobilfunk-Anbieter Swisscom Mobile, Orange und Sunrise haben die Initiative ergriffen. Sie statten nach und nach alle Intercity-Züge mit Repeatern aus, die das Funksignal der Mobilfunknetze im Zug wiederholen und so den Empfang verbessern.

Erster Schritt getan

Bereits mit Repeatern ausgerüstet sind die 16 Intercity Neigezüge mit je sieben Wagen, welche auf der Jurasüdfusslinie verkehren. Derzeit tragen die Geräte allerdings nur die Signale des Mobilfunknetzes von Swisscom ins Wageninnere. Ab Herbst werden die Wagen aber auch für die Netze von Orange und Sunrise nachgerüstet.

Laut Auskunft von SBB-Mediensprecher Roland Binz werden seit Mitte Juni doppelstöckige Züge vom Typ IC 2000 für alle Provider mit Repeatern ausgerüstet. Bis im Frühling 2002 sollen alle Doppelstockwagen folgen.

Ab August 2001 sollen schliesslich auch die alten Intercity- Züge mit der neuen Technik für alle Mobilfunkanbieter ausgerüstet werden.

Mobilfunk-Anbieter bezahlen

Das Ausrüsten der Züge kostet die SBB nichts: Die Bahn stellt lediglich das Rollmaterial zur Verfügung. Die Ausrüstung wird von den Mobilfunkprovidern Swisscom, Orange und Sunrise bezahlt.

«Wir haben bereits über 30 Mio. Fr. in eine verbesserte Bahnversorgung investiert und rechnen für den Ausbau von Sendeanlagen, Tunnelanlagen und Versorgung im Zugsinnern in den nächsten beiden Jahre mit weiteren 50 Mio. Franken Investitionen», erklärte Swisscom-Pressesprecher Sepp Huber. «Die SBB ist daran interessiert, dass die Wagen ausgerüstet werden», so SBB-Sprecher Binz. «Für uns ist das wichtig, weil viele Leute im Zug telefonieren möchten.»

Züge als «Faradaysche Käfige»

Die Repeater in den Zügen sind nötig, weil vor allem die neueren Zugskompositionen wie Faradaysche Käfige wirken. Das ist ein physikalischer Effekt: Die geschlossene Umhüllung eines Raumes schirmt elektromagnetische Felder ab. Als Folge sinkt eben die Empfangsqualität. Das Mobiltelefon erhöht die Sendeleistung und verbraucht damit mehr Strom.

Die hochfrequente Strahlung des Telefons wird zugleich von der Karosserie oder der Zug-Ummantelung vielfältig reflektiert. Der Telefonierende und seine Umgebung sind erhöhtem Elektrosmog ausgesetzt.

Die Repeater im Zug sorgen dafür, dass Mobiltelefone mit minimaler Sendeleistung auskommen: Die Repeater verteilen das Mobilfunksignal über ein Kabel im ganzen Zug.

Wichtigste Tunnels sind versorgt

Die Versorgung der Wagen nützt nicht viel, wenn die Tunnels nicht erschlossen sind. Von Flughafen Genf bis St. Gallen sind auf der West-Ost-Achse mittlerweile sämtliche Tunnels Swisscom Mobile versorgt. Demnächst sollen auch alle Tunnels zwischen Basel und Zürich und zwischen Lausanne und Olten folgen.

Alle Tunnels in der Schweiz mit Mobilfunk zu versorgen, ist nicht möglich: «Die Tunnelversorgung ist technisch äusserst anspruchsvoll und aufwändig», so Huber. Als Gründe nennt er die Bauweise einzelner Tunnels und die extrem hohen Kosten.

swissinfo und Matthias Zehnder (mid)

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