Zurich verkauft Scudder
Zurich Financial Services und die Deutsche Bank begründen eine neue Partnerschaft: Die Deutsche Bank kauft die US-Vermögensverwaltung Scudder, während Zürich im Gegenzug Versicherungs-Gesellschaften übernimmt.
Der Deal sieht die Übernahme von Scudder für 2,5 Mrd. Dollar (knapp vier Mrd. Franken) durch die Deutsche Bank ohne die britische Vermögensverwaltung Threadneedle vor. Zürich übernimmt von der Deutschen Bank im Gegenzug 75,9%der Versicherungsgesellschafts-Gruppe Deutscher Herold sowie 100% der Lebensversicherungs-Aktivitäten der Deutschen Bank in Italien, Spanien und Portugal.
Die Transaktion sei eine Win-Win-Situation für beide Partner, sagten Zurich-Chef Rolf Hüppi und der Chef der Deutschen Bank Rolf Breuer am Montag in Zürich gemeinsam vor den Medien.
Unter dem Strich bleibt der Zürich-Gruppe ein Nettoerlös von 700 Mio. Dollar (1,1 Mrd. Franken). «Wir erwarten einen Kapitalgewinn von 200 Millionen Dollar (320 Millionen Franken)», sagte Hüppi.
Scudder Investments verwaltet gemäss Breuer Vermögen in der Höhe von 257 Mrd. Dollar (411 Mrd. Franken). Der Deal bedarf noch einer definitiven Vereinbarung.
Zugang zu Wachstumsmärkten
Für die Zürich werde damit eine wichtige strategische Lücke geschlossen, sagte Hüppi. Durch die Übernahme positioniere sich die Gruppe in Kontinentaleuropa an fünfter Stelle im Leben-Geschäft. Das Prämienvolumen erhöhe sich auf einen Schlag von zwölf auf 16 Mrd. Euro (23,2 Mrd. Franken). Zudem verspreche der Markt ein grosses Wachstumspotential.
Die eigentliche Partnerschaft in der Transaktion wird durch die getroffene Vereinbarung zur Kooperation beim gegenseitigen Vertrieb von Versicherungs-Dienstleistungen einerseits und Bank-Dienstleistungen andererseits begründet. Während die Zürich die Vermögensverwaltungs-Produkte und Bank-Dienstleistungen der Deutschen Bank vertreibt, wird diese im Gegenzug ihren Kunden Versicherungs-Produkte der Zürich-Gruppe anbieten. «Dadurch ergibt sich ein besserer Fokus auf das, was wir leisten können», sagte Breuer.
Der Einfluss werde bereits im Geschäftsergebnis 2002 positiv sein, sagte Hüppi. Die eigentlichen Synergieeffekte würden erst für die Folgejahre erwartet.
Scudder werde mit seinen 4’000 Angestellten voll in die Deutsche Bank integriert, behalte aber seinen Namen, sagte Breuer.
Die zusätzliche Übernahme der Bonnfinanz durch die Zurich sowie der Erwerb ihres Vermögensverwaltungsgeschäft in Deutschland und Italien durch die Deutsche Bank würden geprüft.
swissinfo und Agenturen
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