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Zwangsarbeiter-Problem: Meldefrist für Firmen abgelaufen

"Betriebsappell" am 7. Oktober 1941 in einer Firma in Rheinfelden (D), die damals in Schweizer Besitz war. Keystone

Die Frist für Schweizer Firmen, die im Krieg Zwangsarbeiter beschäftigten, sich im Rahmen des Bankenvergleichs bei Special Master Judah Gribetz anzumelden, ist am Freitag (25.08.) abgelaufen. Mit der Registrierung sind sie künftig vor Klagen geschützt.

Viele Firmen haben sich auch angemeldet, obwohl sie gar nicht wissen, ob sie jemals Zwangsarbeitende beschäftigt haben. Der Wirtschaftsverband Vorort hat allen Firmen empfohlen, bei denen die Möglichkeit einer Zwangsarbeit besteht, sich registrieren zu lassen.

Gribetz-Bericht am 11. September

Special Master Judah Gribetz wird die Namen der Schweizer Firmen, die sich bei ihm als mögliche Zwangsarbeiter-Beschäftiger zu erkennen geben, nicht publik machen. Gribetz wollte auch nicht angeben, wieviele Firmen sich bei ihm gemeldet haben.

Gribetz sagte, er sei ein «officer of the court» und fühle sich daher nicht befugt, die Liste zu veröffentlichen. Die Öffentlichkeit müsse seinen Bericht zum Verteilplan abwarten, der am 11. September publiziert werde.

Jene Schweizer Firmen, die sich bis zum 25. August bei Judah Gribetz gemeldet haben, sind nach einem Entscheid von Richter Edward Korman im Bankenvergleich inbegriffen. Das heisst konkret, dass sie künftig Rechtsschutz vor allfälligen Individual- oder Sammelklagen ehemaliger Zwangsarbeitender geniessen.

Novartis ist Stiftungsinitiative beigetreten

Eine zweite Möglichkeit, künftig nicht mehr eingeklagt werden zu können, bietet der Beitritt zur Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft.

Als bisher letztes Schweizer Tochterunternehmen ist die Novartis Deutschland GmbH der Stiftungsinitiative beigetreten, wie der Konzern am Freitag bekannt gab. Die damalige J.R. Geigy in Grenzach hatte 33 Zwangsarbeitende; Sandoz in Nürnberg hatte ebenfalls Zwangsarbeitende. Zu Ciba in Berlin und in Wehr ist nichts aktenkundig.

swissinfo und Agenturen

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