Genf lädt zur nächsten UNO-Wüstenkonferenz ein
In Genf findet vom 01. bis 12. Oktober 2001 die 5. Vertragsstaaten-Konferenz der UNO-Wüstenkonvention statt. Vertreter aus mehr als 170 Ländern sollen daran teilnehmen. Die Austrocknung und Verödung von Böden sowie weitflächige Dürren nehmen immer verheerendere Ausmasse an.
Dürre und Bodenverödung bedrohen nach Angaben der UNO unmittelbar das Leben von weltweit mehr als 1,2 Mrd. Menschen. Sie schwächten den landwirtschaftlichen Ertrag und gefährdeten Wohlstand und Gesundheit der Bevölkerung in mehr als 110 Ländern.
Angesichts der schwerwiegenden Folgen für Natur und Mensch mit Verarmung, Hunger und Landflucht sei es dringlich zu handeln, betonte der Leiter des UNO-Wüstensekretariats Hama Arba Diallo zum Abschluss einer dreiwöchigen Arbeitskonferenz zur Wüstenkonvention in Bonn.
Die betroffenen ärmeren Länder bräuchten mehr Hilfe von Seiten der reicheren Staaten. «Wenn von ihnen nicht ausreichend Geld und Technologie zur Verfügung gestellt wird, kann die weiter voranschreitende Wüstenbildung, die als Folge zu Verarmung, Hunger und Landflucht führe, nicht wirksam bekämpft werden», sagte Diallo.
UNO-Wüstenkonferenz ursprünglich in Bonn geplant
Wegen mangelndem finanziellem Engagement der deutschen Regierung werde die UNO-Wüstenkonferenz diesmal nicht in Bonn stattfinden, gab Diallo weiter bekannt. Und da sich auch kein anderes Land bereit gefunden habe, die Konferenz auszurichten, werde nun an den UNO-Sitz in Genf ausgewichen.
Die rechtsverbindliche UNO-Wüstenkonvention (UNCCD), ein Erbe des Erdgipfels von Rio de Janeiro 1992, trat 1996 in Kraft. Ihr sind inzwischen durch Ratifizierung 174 Länder beigetreten, auch die Schweiz.
swissinfo und Agenturen
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