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Grosse Lawinengefahr

Trotz hoher Lawinengefahr waren die Tourenskifahrer zahlreich an diesem Wochenende. Keystone

Viel Neuschnee bedeutet Lawinengefahr. Bis zu 120 Zentimeter Schnee hat die Kaltfront der letzten Woche den Alpen beschert. In Silvaplana (GR) wurde ein Pistenfahrzeug verschüttet. In Österreich forderte der weisse Tod die ersten vier Opfer.

Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos hatte für den Alpenraum erhebliche Lawinengefahr (Stufe drei von 5) erklärt. Nach den grossen Neuschneemengen war in Tirol die höchste Lawinenstufe ausgerufen worden. Trotz der Gefahren schnallten am Wochenende (18./19.11.)zahlreiche Tourenfahrer ihre Skier zum Saisonauftakt an.

Lawinenunfälle

In Österreich kostete am Sonntag das Tourenfahren vier Menschen das Leben. Bei einem Lawinenniedergang im Hinteren Ötztal kamen drei Skifahrer und ein Tourenfahrer ums Leben.

Glimpflich verlief ein Lawinenunfall am Corvatsch oberhalb Silvaplana in Graubünden. Um 13.00 Uhr löste sich aus einem Nordhang in 3’000 Metern Höhe trotz Sprengungen eine 250 Meter breite Lawine und stürzte rund einen Kilometer ins Tal. Dabei wurde ein Pistenfahrzeug verschüttet. Der Fahrer konnte sich unverletzt aus seinem stark beschädigten Fahrzeug befreien.

Da unklar war, ob sich zur Zeit des Lawinen-Niederganges im Gebiet Tourenfahrer aufhielten, wurde eine grossangelegte Suche eingeleitet. Es konnten keine Personen geortet werden. Die Suchaktion wurde gegen 16.00 Uhr abgebrochen.

Schnee in den Alpen

Von Donnerstagabend bis am Samstagmorgen sind am Alpensüdhang und am Alpenhauptkamm oberhalb von rund 2’000 Metern 50 bis 100 Zentimer, lokal bis 120 Zentimeter Neuschnee gefallen. Etwas weniger schneite es im westlichen Wallis, im Berner Oberland sowie am zentralen und östlichen Alpenhauptkamm.

Zahlreiche Skifahrer und Snowboarderinnen tummelten sich an diesem Wochenende auf den Pisten. Viele Skistationen nutzten den früher Wintereinbruch für den Wochenendbetrieb. Gefährlich war es aber ausserhalb der markierten Pisten: Im ganzen Alpengebiet herrschte laut Bulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung erhebliche Lawinengefahr.

Situation im Puschlav kritisch

Die Situation im Puschlav ist nach den starken Niederschlägen weiterhin kritisch. An der Südseite des Berninapasses ist der Weiler Somaino evakuiert worden. Die Einwohner der Weiler Cima Villa und Cantone konnten unterdessen grösstenteils zurückkehren, wie die Polizei mitteilte. Der Schienenverkehr auf der Berninalinie ist zwischen Cadera und Poschiavo für rund zwei Wochen ausser Betrieb.

Lage im Tessin entspannt

Im Tessin hat sich unterdessen die Lage weiter entspannt. Die am Freitag evakuierten Bewohner des oberen Dorfteils von Giornico konnten bereits am Samstag in ihre Häuser zurückkehren. Nach drei Tagen Dauerregen hatte den Häusern an der Bergflanke ein Erdrutsch gedroht.

swissinfo und Agenturen

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