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Schweiz: Massnahmen gegen drohenden Klimawechsel

Buwaldirektor Philippe Roche (l.) und der Leiter der Schweizer Delegation Beat Nobs erläutern die Schweizer Position an der Haager Konferenz. Keystone

Die Schweiz will sich an der Welt-Klima-Konferenz in Den Haag gegen den Klimawechsel einsetzen. Vorrangig ist dabei die Reduktion der CO2-Emissionen in den Industrieländern, erklärte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) in Bern.

Massnahmen zur weltweiten Senkung der umwelt-schädigenden C02-Emissionen sollen an der 6. internationalen Konferenz über Klimaveränderungen vom 13. – 24. November in Holland beschlossen werden.

Verschiedene Instrumente

Dabei stehen verschiedene Instrumente zur Debatte, von der Verplichtung vor allem der Industrieländer, ihren Kohlenstoff-Ausstoss zu senken, bis zum zwischen-staatlichen Handel mit Emissions-Gutschriften, wie er im Protokoll von Kyoto vorgesehen ist.

Die Treibhausgas-Emissionen, die aus dem Verbrauch fossiler Energie (Kohle, Erdöl und Erdgas) aber auch aus dem Abholzen der Wälder entstehen, tragen erheblich zur weltweiten Erwärmung bei, sagt das Buwal. Wenn nichts zur Reduktion dieses Ausstosses unternommen wird, so die Wissenschaft, werde die Temperatur auf der Erde um 1,5 bis 6 Grad steigen. Der Meeresspiegel um einen halben Meter. Die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen solch einer Klima-Änderung wären katastrophal, schreibt das Buwal weiter.

Die Schweizer Vorstösse

Der Handel mit Emissionsrechten soll nur dann zulässig sein, wenn damit mehr als die im Protokoll festgelegten Reduktionen erreicht würden: Diesen Antrag will die Schweizer Delegation unter der Leitung von Energieminister Moritz Leuenberger in Den Haag stellen, teilte das Buwal am Donnerstag (09.11.) weiter mit.

Zudem werde sich die Schweiz für eine Anrechnung der Biomasse – so zum Beispiel Wälder – als Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen einsetzen, hiess es weiter.

Die Schweizer Delegation wünscht zudem ein strenges und glaubwürdiges System zur Einhaltung der Verpflichtungen. Sie unterstützt auch die Errichtung eines Fonds für Kredite von Projekten, die niedrigere CO2-Emissionen zum Ziel haben.

Schweiz wendet Kyoto-Protokoll an

Das 1997 unterzeichnete Kyoto-Protokoll legt für den Zeitraum von 2008 bis 2012 Reduktionsziele für Treibhausgase in den Industrieländern fest.

Die Schweiz wendet das Kyoto-Protokoll bereits an. Das am vergangenen 1. Mai in Kraft getretene CO2-Gesetz ist die konkrete Umsetzung der damit verbundenen Verpflichtungen. Das Gesetz sieht vor, den Kohlenstoff-Ausstoss bis ins Jahr 2010 gegenüber 1990 um zehn Prozent zu vermindern.

Das entspricht dem in Kyoto festgelegten Reduktionsziel für die Schweiz. Die existierenden freiwilligen Massnahmen können zudem, falls notwendig, frühestens im Jahre 2004 durch die C02-Abgabe ergänzt werden.

swissinfo und Agenturen

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