Wer britisches Rindfleisch ass, ist als Blutspender out.
Wer länger als sechs Monate in Grossbritannien gelebt hat, darf in der Schweiz kein Blut spenden. Das Schweizerische Rote Kreuz will damit die Ausbreitung der Creutzfeld-Jakob-Krankheit über Spendeblut verhindern.
Ab Anfang 2001 werden die 13 Blutspendezentren in der Schweiz die Spende-Willigen nicht mehr akzeptieren, die zwischen 1980 und 1996 mehr als ein halbes Jahr in Grossbritannien gelebt haben. Damit soll verhindert werden, dass sich die Creutzfeld-Jakob-Krankheit in der Schweiz über Spendeblut ausbreitet.
Vorsichtsmassnahme
Dr. Guy Levy, medizinischer Direktor des Blutspendedienstes des SRK, betonte gegenüber swissinfo am Donnerstag (09.11.), dass diese Massnahme lediglich aus Vorsicht ergriffen wurde. «Bereits seit September letzten Jahres werden die weissen Blutkörperchen systematisch aus dem Spendeblut entfernt. An ihnen haften die CFJ-Erreger.» Weiter sagt er zum Entscheid: «Wir wollen uns niemals den Vorwurf machen lassen, wir hätten zu lange gewartet mit Massnahmen.»
Bundesamt: unnötig
Die vom SRK ergriffenen Blutspende-Massnahmen werden von den Bundesbehörden als unnötig angesehen. Hinter dem Entscheid der Blutspendezentren ständen auch
wirtschaftliche Überlegungen, sagte BAG-Direktor Thomas Zeltner gegenüber Schweizer Radio DRS. Der Bund sei mit der Regelung allerdings einverstanden.
swissinfo und Agenturen
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