Argentinien schuldet knapp zehn Milliarden Euro um
BUENOS AIRES (awp international) – Argentinien hat bei der zweiten Umschuldung seit dem Staatsbankrott Ende 2001 Inhaber von Wertpapieren im Wert von 12,06 Milliarden Dollar (9,81 Milliarden Euro) zum Umtausch ihrer Anleihen bewegen können. Dies entspreche etwa 66 Prozent der Staatsanleihen in privater Hand, die seit dem Staatsbankrott vor gut acht Jahren nicht mehr bedient werden, sagte Wirtschaftsminister Amado Boudou am Mittwoch (Ortszeit) nach dem Fristablauf für den Umtausch in neue Staatsanleihen. Dies Ergebnis sei ein voller Erfolg, sagte der Minister, obwohl die Regierung ursprünglich auf eine Beteiligung von 75 Prozent der privaten Gläubiger gehofft hatte.
Das zweite Umschuldungsangebot richtete sich an diejenigen Gläubiger, die eine erste Umschuldung 2005 abgelehnt hatten. Die Umtauschaktion ist Teil der jahrelangen Bemühungen Argentiniens, die negativen Folgen der 2001 erklärten Zahlungsunfähigkeit zu überwinden und wieder Zugang zu günstigeren Krediten zu bekommen. Bei der zweiten Umschuldung mussten die Gläubiger, darunter auch viele Deutsche, auf etwa 34 Prozent ihrer Forderungen verzichten.
Argentinien hatte 2001 mehr als eine halbe Million private Gläubiger geschockt, als es sich für zahlungsunfähig erklärt und seine Zahlungen eingestellt hatte. Es war einer der grössten Zahlungsausfälle der Finanzgeschichte. Insgesamt 92,4 Prozent dieser Gläubiger hätten sich nun auf eine Umschuldung eingelassen, sagte Boudou. Der Rest der Gläubiger beharrt weiter auf seinen ursprünglichen Forderungen.
Nach der erneuten Umschuldung der privaten Gläubiger steht nun noch eine Einigung Argentiniens mit staatlichen Gläubigern im sogenannten Pariser Club aus. Dort sieht sich Argentinien mit Forderungen von 6,5 Milliarden Dollar konfrontiert./ip/ro/DP/zb