Armeechef Benedikt Roos verteidigt in Zürich den Patriotismus
Ab und zu habe er fast das Gefühl, sich für seinen Patriotismus entschuldigen zu müssen, hat Armeechef Benedikt Roos am Samstag bei der Bundesfeier in Zürich gesagt. Aber Patriotismus heisse ja nicht, dass die Schweiz besser sei als andere.
(Keystone-SDA) «Patriotismus bedeutet für mich, Verantwortung für die eigene Heimat zu übernehmen», sagte der Berner vor den rund 1500 Zuhörerinnen und Zuhörern in der Stadthausanlage am Zürichsee. «Und dafür müssen wir uns nicht entschuldigen, im Gegenteil.»
Die Schweiz sei nicht perfekt, das sei sie nie gewesen. «Wir diskutieren, wir streiten und wir stimmen ab, in Zürich sogar über Laubbläser.» Im Ausland würden sich die Leute fragen, weshalb wir über so etwas abstimmen würden. Aber genau deshalb funktioniere das Land.
«Die Schweiz wird jeden Tag angegriffen»
Die Welt um uns herum habe sich bekanntlich verändert, sagte er weiter. Derzeit werde die Schweiz jeden Tag angegriffen, durch Cyberangriffe, Desinformation oder durch Spionage. «Auf diese Bedrohungen müssen wir uns einstellen.» Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit müssten geschützt werden. «Dies gilt nicht nur für die Armee, sondern für uns alle.»
Roos, der für seinen Auftritt in der Mittagshitze direkt aus den Ferien angereist war, verbreitete aber nicht nur militärischen Ernst. So gab er auch einen Soldaten-Witz zum Besten: «Berner sind die besten Soldaten. Stirbt ein Berner auf dem Schlachtfeld, kämpft er noch zwei Tage weiter, bis er es merkt.»