Ausstellung zur Zeitwende im Museum Rietberg: Orakel - Der Blick in die Zukunft

Das Museum Rietberg in Zürich feiert die anstehende Zeitenwende mit seiner bisher aufwändigsten Ausstellung: “Orakel - der Blick in die Zukunft” dokumentiert Wahrsage-Traditionen aus dem Mittelmeerraum, Afrika und Asien.

Dieser Inhalt wurde am 24. Dezember 1999 - 09:33 publiziert

Das Museum Rietberg in Zürich feiert die anstehende Zeitenwende mit seiner bisher aufwändigsten Ausstellung: “Orakel - der Blick in die Zukunft” dokumentiert Wahrsage-Traditionen aus dem Mittelmeerraum, Afrika und Asien.

Die Frage nach der Zukunft beschäftigt die Menschheit seit jeher. Gerade jetzt, da eine Zeitenwende ansteht, haben Weissagungen Hochkonjunktur. Die Ausstellung im Museum Rietberg blickt aber vor allem zurück in die Vergangenheit. Erste Orakel-Zeugnisse datieren bereits aus dem dritten Jahrtausend vor Christus.

Die rund 150 Exponate dokumentieren historische Traditionen des Orakelwesens in Asien, Afrika und Südosteuropa. Ergänzt werden die Kunst- und Kultgegenstände durch Fotos und Videofilme, die den Besuchenden das Fortleben der Traditionen bis in die Gegenwart vor Augen führt.

Das aus den weltweit renommiertesten Sammlungen - Metropolitan Museum New York, Louvre, British Museum oder Antikensammlung Berlin- stammende Ausstellungsgut ist in sechs Abteilungen gegliedert. Im Zentrum steht die Vielfalt der afrikanischen Orakeltradition.

Zu bestaunen sind unter anderem kunstvoll gearbeitete Musikinstrumente aus Zentral- und Westafrika, mit deren Hilfe sich Orakelpriester in Trance versetzen konnten und noch immer können sowie Gerätschaften und Figuren, die - geworfen oder gerieben - zu interpretierende “Aussagen” machten.

Aus Mesopotamien, China und Griechenland stammen auf Knochen oder Bleiplättchen geritzte Orakeltexte. Diese bis zu 3000 Jahre alten Zeugnisse gehören zu den ersten Schriftdokumenten überhaupt und gewähren Einblick in den Alltag dieser alten Kulturen.

Ein zweite Abteilung ist der “Leberschau” gewidmet: Vor allem im Mittelmeerraum (Hethiter, Etrusker, Römer) gehörte die Deutung von Eingeweiden zu den beliebtesten Arten der Weissagung. Ein Videofilm zeigt, dass in Indonesien noch heute Affen- oder Hühnerdärme zu Rate gezogen werden, um das Schicksal zu befragen.

Mit besonderem Stolz präsentiert das Museum Rietberg in Zürich die Abteilung Prophezeiungen. Denn nebst dem Orakel von Delphi werden die tibetischen Staatsorakel vorgestellt. Und zwar mit einer Reportage des Fotografen Manuel Bauer, der - als erster Laie überhaupt - die Wahrsage-Session des Dalai Lama dokumentieren konnte.

Der Themenkreis Astrologie erscheint in der Ausstellung in Form von Horoskopen aus dem iranisch-indischen Raum. Inmitten exquisit gearbeiteter Himmelsscheiben und Globen prangt das um 1411 entstandene Geburtsbuch des Sultans Iskandar, das weltweit wohl prächtigste, wertvollste (und zutreffendste!) Horoskop.

Die bis heute bekanntesten und einflussreichsten Alltagsorakel - das chinesische Yijing, das nigerianische Ifa und das europäische Tarot - werden am Ende der Ausstellung in einer Videoinstallation zueinander in Beziehung gesetzt.

Zur Ausstellung im Museum Rietberg (zu sehen noch bis zum 20.02.2000) ist der Katalog “Orakel – Der Blick in die Zukunft” mit 380 Seiten, 280 Farbabbildungen und zahlreichen Aufsätzen erschienen. Er kostet 68 Franken.

SRI und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen