Basler Grossrat Johannes Sieber verlässt die GLP
Der Basler Grossrat Johannes Sieber verlässt die GLP und will als Fraktionsloser im Parlament politisieren. Es sei noch offen, ob er bei den Gesamterneuerungswahlen 2028 wieder kandidieren werde, sagte er am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
(Keystone-SDA) Er habe auch noch keine Aufnahmeangebote anderer Parteien erhalten, sagte er weiter. Die «BZ Basel» hatte zuerst über diesen Parteiaustritt berichtet. Als Grund für die Entscheidung sagte Sieber gegenüber Keystone-SDA, dass er sich dem sozialliberalen Flügel der Partei zugeordnet habe. Im Laufe der Legislatur habe die GLP «wirtschaftsliberale und finanzpolitisch bürgerliche Positionen» eingenommen, die für ihn nicht mehr stimmig seien.
Siebers Entscheidung ist für das Kräfteverhältnis im Basler Grossen Rat durchaus relevant. Die Grünliberalen spielen nicht selten das Zünglein an der Waage, wenn sich bei wichtigen Abstimmungen die Bürgerlichen und Rot-Grün gegenüberstehen – zuletzt beim Lohnmassnahmenpaket.
Dabei können Differenzen innerhalb der GLP-Fraktion entscheidend sein. Zum Beispiel scheiterte im März eine Motion zur Halbierung der Handänderungssteuer bei der Zweitüberweisung, da es bei der GLP-Fraktion nebst mehrheitlicher Zustimmung zwei Enthaltungen gab, eine davon von Sieber.
Der Kultur- und Kommunikationsunternehmer sitzt seit 2021 im Grossen Rat. Er legte in den letzten Wochen eine Parlamentspause ein, da er eine Betreuungsaufgabe in der Familie übernahm. Ab morgen Mittwoch wird er wieder an der Grossratssitzung teilnehmen, wie er weiter sagte.