Bisher kein Geld aus Italien für Bündner Olympia-Verkehrskonzept
Ein Verkehrskonzept für die Olympischen Spiele in Italien im Februar hat den Kanton Graubünden 3,48 Millionen Franken gekostet. Einen Grossteil davon fordert der Kanton von Italien ein. Bisher allerdings ohne Erfolg.
(Keystone-SDA) Konkret will Graubünden nur die Eigenleistungen von 0,9 Millionen Franken selber tragen. Die restlichen rund 2,6 Millionen stellte Graubünden Italien in Rechnung. Wie Regierungsrätin Carmelia Maissen (Mitte) an einem Medientreffen am Dienstag erklärte, wurde die Rechnung Mitte Mai an die Region Lombardei verschickt. «Wir haben eine Frist bis Mitte Juni gesetzt. Bisher haben wir aber noch keine Rückmeldung erhalten», so Maissen.
Die Regierung erwarte aber nach wie vor «auch im Sinne der langjährigen und hoffentlich auch künftigen Zusammenarbeit», dass die Region Lombardei sich an den Kosten beteilige. Wie die Bündner Exekutive auf eine ausbleibende Zahlung reagiere, werde sie besprechen, sollte der Fall eintreten.
Schon in der Aprilsession des Bündner Parlaments hatte sich abgezeichnet, dass die Einforderung der Gelder nicht ganz einfach werden dürfte. Maissen verneinte damals die Frage von SVP-Grossrat Reto Rauch, ob eine schriftliche Zusage vorliege. Die italienische Seite habe zu einem früheren Zeitpunkt lediglich einen Beitrag von 600’000 Franken in Aussicht gestellt.
Auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte der lombardische Regionalrat, Massimo Sertori, den Eingang der Rechnung aus Graubünden. «Wir warten darauf, dass der Staat ein Dekret erlässt. In diesem Zusammenhang habe ich in Rom bereits mehrfach gedrängt», betonte Sertori. Sobald die notwendigen Fakten geschaffen worden seien, ist laut dem Regionalrat ein Treffen zwischen der Region Lombardei und der Bündner Regierung geplant.
Das Verkehrskonzept wurde erarbeitet, weil ein Verkehrschaos befürchtet wurde. Dies aufgrund der Anreise vieler Besucherinnen und Besucher der Olympischen Spiele in Livigno und Bormio über Graubünden und der gleichzeitigen touristischen Hochsaison im Bergkanton. Während der Wettkämpfe nutzten rund 41’000 Besucherinnen und Besucher den öffentlichen Verkehr zwischen Zernez beziehungsweise Müstair GR und Livigno.