Navigation

Blindflug mit überforderten Chefs

Vielen Kommentatoren fehlt der Glaube an die Swiss. swissinfo.ch

Für die Schweizer Presse sind die harten Massnahmen, welche die Swiss am Dienstag angekündigt hat, dringend nötig. Doch unklar scheint, ob sie genügen.

Dieser Inhalt wurde am 25. Juni 2003 - 07:57 publiziert

Die Swiss-Verantwortlichen werden hart kritisiert: Sie seien überfordert und hätten versagt.

Es gehe nun um einen harten Überlebenskampf, schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, "bedroht von potenten Konkurrenten, benachteiligt durch ein stupides Anflug-Regime an ihrem Hub und behindert durch eine aufsässige Pilotengewerkschaft".

Weiter mahnt das Blatt: "Die Swiss-Führungsverantwortlichen dürfen sich bei der Umsetzung des neuen Geschäftsplans keine grossen Fehler erlauben."

Härter mit den Swiss-Chefs ins Gericht geht der TAGES-ANZEIGER. Das Problem der Swiss sei die wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Und das hätten "André Dosé und seine Mannen wissen müssen. (...) Heute können sie sich dem Vorwurf nicht entziehen, eine unklare, falsche oder gar keine Strategie verfolgt zu haben. (...) Wer rettet die Swiss? Dosé und Co. scheinen dazu nicht in der Lage zu sein."

Die Schweizer Airline sei auf dem "totalen Irrflug", findet der BLICK: "Die Swiss-Führung ist total überfordert." Seit dem Start mit üppiger Kapitalausstattung habe man kein einziges Ziel erreicht.

Die Westschweizer Zeitung LE TEMPS ergänzt, in der Welt des Sports wären solch erfolglose "Trainer" längst ausgewechselt worden.

Ebenfalls klare Worte in der BERNER ZEITUNG: "Die Swiss-Chefs haben versagt."

Doch der Blick zurück helfe nun nicht weiter, so die BZ. Denn die Herausforderungen seien "gigantisch".

Unsicherheit, ob es gelingt

Die BASLER ZEITUNG kritisiert, Vieles sei auch jetzt noch erst in Umrissen bekannt. Und: "Die grossen Fragezeichen liegen bei der Umsetzung der geplanten Massnahmen."

Die TRIBUNE DE GENEVE fragt: "Une bonne décision. Mais suffira-t-elle?" - Eine gute Entscheidung. Doch wird sie reichen?

Beinahe beschwördend schreibt der BUND: "Vielleicht hat ja Konzernchef Dosé noch ein Ass im Ärmel. (...) Allianzbeitritt oder Bindung an einen starken Partner (z. B. Lufthansa) würde Position und Image im Überlebenskampf spürbar verbessern."

Unglaubwürdig geworden

Für 24 HEURES hat die Flotte nun eine vernünftige Dimension. Trotz allen Problemen und auch wenn die Einschnitte schmerzhaft seien, könnte es klappen, so die Waadtländer Zeitung. Aber:

"Il faut y croire" - Man muss daran glauben.

Auch die AARGAUER ZEITUNG möchte ja gerne daran glauben. "Allein, nach den gestrigen Halbheiten fehlt der Glaube - einmal mehr. Es bleibt ein flaues Gefühl im Magen. Kahlschlag und Blindflug wollen irgendwie nicht zusammenpassen."

Das sieht auch die BERNER ZEITUNG ähnlich. Und schliesst: "Das Land ist um eine Illusion ärmer."

Sollte die Swiss dereinst verschwinden, wäre dies für LE MATIN kein Unglück: Die Romandie jedenfalls werde keine grossen Tränen vergiessen, wenn eine Gesellschaft verschwinde.

Die THURGAUER ZEITUNG ergänzt: "Die Schweiz braucht keine nationale Airline, sondern möglichst direkte Flugverbindungen aus der Schweiz."

swissinfo, Eva Herrmann

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.