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Den Kampf-Jets die Flügel stutzen

Franz Weber bei der Einreichung der Initiative in Bern. Keystone

In den Erholungsgebieten der Schweiz soll es künftig ruhiger werden. Umweltschützer haben eine Volks-Initiative gegen den Lärm von Kampf-Jets eingereicht.

Das Stimmvolk wird entscheiden, ob in Friedenszeiten militärische Flugübungen über solchen Gebieten verboten werden sollen.

Mit der Initiative “Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten” zielen der Umweltaktivist Franz Weber und seine Organisation “Helvetia Nostra” vor allem auf das östliche Berner Oberland ab.

Dort, auf dem Flugplatz Meiringen, will die Schweizer Armee im nächsten Jahr ihr Überwachungs-Geschwader stationieren. Die Initianten befürchten mehr Fluglärm.

“Wenn die Pläne Wirklichkeit werden, kann in der Alpenregion Brienz-Hasliberg-Meiringen kein Hotel mehr existieren”, heisst es in einer Mitteilung von “Helvetia Nostra”.

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hatte zuvor angekündigt, dass die Starts und Landungen von Kampf-Jets in Meiringen halbiert würden. Doch die Initianten sind skeptisch.

Persönliches Interesse

Weber hat auch ein persönliches Interesse daran, dass der Fluglärm über dieser Tourismusregion eingedämmt wird. Er ist Mitbesitzer des historischen Hotels Giessbach über dem Brienzersee.

Seit 2004 hätten sich die Gäste des Viersternhotels regelmässig über die Lärmemissionen der vom nahen Meiringen aus gestarteten Kampf-Jets beschwert, sagte Weber.

Am Donnerstag übergab Weber der Bundeskanzlei in Bern die Initiative mit 134’598 Unterschriften. Davon sind nach Angaben der Initianten 113’441 beglaubigt.

Die hohe Zahl ungültiger Unterschriften führt Weber darauf zurück, dass auch viele ausländische Touristen die Initiative unterstützen wollten.

swissinfo und Agenturen

Bis 2010 will die Armee ihre Flug-Bewegungen von heute 51’000 auf rund 25’000 senken.

Am Wochenende und über den Mittag sind militärische Flugübungen verboten.

Abendflüge – bis 22 Uhr – sind nur einmal in der Woche zugelassen.

In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 300 Überschall-Flüge. Sie müssen in Höhen über 10’000 Meter durchgeführt werden.

Die Initiative “Gegen Kampfjet-Lärm in Tourismus-Gebieten” fordert, dass der folgende Artikel neu in die Bundesverfassung aufgenommen wird:

“In touristisch genutzten Erholungsgebieten dürfen in Friedenszeiten keine militärischen Übungen mit Kampfjets durchgeführt werden.”

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