«Hoffnung für die Zukunft»
Die UNO-Organisationen veröffentlichten am Dienstag ihren diesjährigen Spendenaufruf in acht verschiedenen Städten, darunter in Bern.
Begünstigte sind Menschen in rund 30 Ländern und Regionen.
Die Vereinten Nationen haben aus dem Bundeshaus humanitäre Appelle zu Gunsten von Staaten in gravierenden Notlagen lanciert. Unter dem Motto «Hoffnung für die Zukunft» riefen sie zur finanziellen Unterstützung von 20 Krisengebieten auf.
Die Aufrufe werden in acht Städten rund um den Globus gestartet (neben Bern auch in Washington, New York, Brüssel, Luxemburg, Den Haag, Tokio und Canberra).
In Bern trafen sich rund 300 Vertreterinnen und Vertreter von humanitären Organisationen, der Diplomatie, des Parlaments und aus der Öffentlichkeit im Nationalratssaal. Präsidiert wurde die Versammlung von Louise Fréchette, der stellvertretenden Generalsekretärin der UNO, und Bundesrat Joseph Deiss.
«Ja zur Verantwortung»
«Wir sind hier um zu sensibilisieren und Hilfe für die Länder und Regionen zu organisieren, welche es am allernötigsten haben», sagte Fréchette.
Sie lobte das humanitäre Engagement der Schweiz, deren jährliches Budget für humanitäre Hilfe rund 280 Mio. Franken beträgt.
Der Appell wurde erstmals aus einer Schweizer Stadt gestartet. Für die Schweiz sei es eine Ehre, als neues UNO-Vollmitglied Standort zu sein, erklärte Aussenminister Deiss. «Indem wir ‚Ja‘ zur UNO sagten, sagen wir auch ‚Ja‘ zur Verantwortung humanitärer Probleme weltweit.»
Gegen Hoffnungslosigkeit in Konflikten
Begünstigte sind 50 Millionen Menschen in mehr als 30 Ländern und Regionen: Von Afghanistan über Tschetschenien, Tadschikistan und die Palästinensergebiete bis zu Sierra Leone, Liberia, Guinea, Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Äthiopien, Somalia, vom Gebiet der Grossen Seen und vom südlichem Afrika. In Asien werden Projekte in Indonesien und Nordkorea unterstützt.
Mit dem Thema «Hoffnung für die Zukunft» will die UNO hervorheben, wie wichtig die Hoffnung für Menschen ist, die von Konflikten oder anderen Krisen betroffen sind.
Andererseits wird auch die Notwendigkeit betont, Länder nach einer Krise bis zu einer dauerhaften Stabilisierung weiter zu unterstützen, wie etwa Afghanistan oder Sierra Leone.
In Bern steht die humanitäre Hilfe für die Palästinensergebiete, den Nordkaukasus sowie Guinea im Vordergrund.
Hoffen auf mehrere Milliarden Franken
Der sogenannte konsolidierte UNO-Appell wurde vor einem Jahrzehnt geschaffen, um eine gemeinsame humanitäre Strategie der UNO-Organisationen zu planen.
Im vergangenen Jahr hatten die Organisationen um 2,5 Mrd. Dollar gebeten – dieses Jahr geht die UNO davon aus, dass sie – um die grösste Not zu lindern – 3 Mrd. Dollar (rund 4,4 Mrd. Franken) brauchen wird.
swissinfo und Agenturen
Die UNO-Organisationen erhoffen sich 3 Mrd. Dollar (4,4 Mrd. Fr.)
50 Millionen Menschen aus rund 30 Ländern sollen vom Geld profitieren.
Der «Consolidated Appeals Process» 2003 wird in Bern, Washington, New York, Den Haag, Brüssel, Luxemburg, Tokio und Canberra lanciert.
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