Strengere Regeln für Zivildienst
Armeechef André Blattmann fordert strengere Regeln für den Zivildienst. Er reagiert damit auf den massiven Anstieg der Zivildienstgesuche seit der Abschaffung der Gewissensprüfung.
Die Zahl der Zivildienst-Gesuche ist dieses Jahr bis Ende August auf 4200 gestiegen, schreibt die Mittelland-Zeitung. In den Vorjahren gab es dagegen nur rund 1800 Verweigerer. Grund: Die Gewissensprüfung ist abgeschafft worden.
Blattmann bezeichnet in einem Interview mit dieser Zeitung das neue Zivilschutz-Gesetz dementsprechend als Betriebsunfall.
Der Armee gingen eindeutig zu viele Soldaten verloren, die sie gerne behalten würde. Blattmann zog auch den Tatbeweis in Form der längeren Dauer des Zivildienstes in Zweifel und sagte, bei genauer Betrachtung dauere der Zivildienst nicht anderthalbmal so lang wie der Militärdienst.
«Das ist für mich eine Verhöhnung der Wehrdienstleistenden», sagte der Armeechef. Er fordert deshalb härtere Regeln. So sollte es nicht mehr möglich sein, während des Militärdienstes ein Gesuch für den Zivildienst zu stellen.
Zudem müsse man sich überlegen, welche Form von Zivildienst ein wirkliches Äquivalent zum Militärdienst sei, auch von der Dauer her. Es könne nicht Zweck des Zivildienstes sein, einfach Leute irgendwie zu beschäftigen. «Ein Museum einrichten oder bei archäologischen Ausgrabungen helfen, wie das im Zivildienst gemacht wird, das können auch Private», sagte Blattmann.
In einer Stellungnahme kündigte die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) an, sie werde jegliche Erschwerung des Zugangs zum Zivildienst und dessen Verlängerung energisch bekämpfen.
swissinfo.ch und Agenturen
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