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Top-Orden für Botschafter Borer

Auftritt von Botschafter Thomas Borer-Fielding bei einer Karnevalssitzung am 10. Januar 2002 in Aachen. Keystone Archive

Der Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer-Fielding, hat am Samstag in Aachen (D) den "Orden wider den tierischen Ernst" erhalten.

«Unerschrocken und umtriebig verfolgt Botschafter Borer das Ziel, das biedere Image der Schweiz aufzupolieren», heisst es in der Begründung des Aachener Karnevalsvereins (AKV). Borer wird vom AKV als «visionärer Diplomat mit Gespür für Marketing» bezeichnet.

Seit 1950 wird in Aachen jedes Jahr zur Faschingszeit der «Orden wider den tierischen Ernst» verliehen. Es ist der einzige Orden, den es nicht für, sondern gegen etwas gibt.

«Die Aachener haben es sich zum Ziel gesetzt, die Politik durch den Humor zu vermenschlichen», steht im deutschen Handbuch der Kulturpreise geschrieben. Der Preis ist in hohen deutschen Politiker-Kreisen begehrt.

«Ritter» Borer und die Zivilcourage

Gegenüber Schweizer Radio DRS hatte Botschafter Borer-Fielding im Zusammenhang mit der Auszeichnung erklärt, dass Zivilcourage sicher zu seinen Eigenschaften gehöre. Der Orden sei sicher auch eine Auszeichnung für seine Arbeit. Den Deutschen gefalle offenbar die Art und Weise, wie er versuche, seine Arbeit als Botschafter der Schweiz in Deutschland wahrzunehmen.

Angesprochen auf Misstöne zwischen ihm und der Schweizer Regierung, was seine Auftritte angeht, sagte der Diplomat, grundsätzlich wolle ja auch der Bundesrat, dass man am Erscheinungsbild der Schweiz arbeite, das Image im Ausland verbessere. Er gehe da «zugegebernmassen in vielen Bereichen neue Wege». Und wer neue Wege gehe, mache auch Fehler, da dürfe ihn der Bundesrat auch kritisieren.

Den Humor nicht vergessen

Klar gewesen sei bei seinem Amtsantritt, dass am Erscheinungsbild der Schweiz in Deutschland gearbeitet werden müsse. Das Image der Schweiz sei nämlich in weiten Teilen Deutschlands falsch, besetzt mit negativen Mythen – man denke an ein langweiliges, humorloses, kleines, unwichtiges Land.

Und dieses Bild gelte es zu ändern, sagte Borer mit Blick auf seine Tätigkeit und unterstrich: «Man kann sehr wohl intelligent, seriös und humorvoll sein in einer Person.» Dies gelte auch für die Schweiz als Ganzes.

Laudatio von Westerwelle

Der Vorjahres-«Ritter» und FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hielt die Laudatio. Auch Borer-Fieldings Frau Shawne war bei der Ordens-verleihung dabei. Sie hatte durch extravagante Auftritte auf dem diplomatischen Parkett in Berlin für Aufsehen gesorgt.

swissinfo

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