UNO: Klarere Fronten
Anfang Januar hätten 50% der Stimmberechtigten Ja gestimmt. 37% wären gegen den UNO-Beitritt gewesen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von SF DRS.
Die aktuelle Erhebung des GfS-Forschungsinstituts zeigt: sowohl die Pro- wie auch die Kontraseite konnten im Vergleich zu der ersten Erhebung Mitte Dezember je 2% zulegen – die Fronten werden klarer. Keine Aussagen macht die Befragung über das Ständemehr.
Wäre also Anfang Januar 2002 in der Schweiz über den UNO-Beitritt abgestimmt worden, hätten 50% ein Ja eingelegt, 37% wären dagegen gewesen, 13% waren noch unentschlossen oder machten keine Angaben.
Die aktuelle Erhebung wurde vom 7. bis 11. Januar 2002 bei 1265 stimmberechtigten Personen in der ganzen Schweiz durchgeführt – kurz nachdem die Nein-Seite die oppositionelle Kampagne gegen den UNO-Beitritt und die Landesregierung ihre Ja-Kampagne eröffnet hatten.
Deutschschweiz legt zu
Nach wie vor sind die meisten Befürworter für einen UNO-Beitritt in der französischsprachigen Schweiz zu finden: 55% der befragten Romands wollen die Schweiz in der UNO sehen.
In der deutschsprachigen Schweiz beabsichtigen 49% am 3. März 2002 ein Ja abgeben, in der italienischensprachigen Schweiz sind es 44%.
Interessant: Die Politologen machen seit der ersten Befragung Mitte Dezember in der Deutschschweiz einen leichten Ja-Trend (+ 3%) aus, in der Suisse Romande hingegen konnten die Gegner um 6% zulegen.
Immerhin jede vierte Person in der Romandie will nun Nein stimmen – ein überraschender Trend. In der italienisch-sprachigen Schweiz bleiben Befürworter (44%) und Gegner (38%) weitgehend stabil.
FDP-Parteigänger werden UNO-freundlicher
Die grösste UNO-Anhängerschaft findet sich nach wie vor bei der SP: 81% der Leute, die angaben, der SP nahezustehen, wollen ein Ja einlegen.
Immer UNO-freundlicher werden auch die FDP-Parteigänger: 56% wollen ein Ja abzugeben, im Dezember waren es noch 53% gewesen.
Die CVP-nahen Kreise stehen mit 55%-Befürwortern stabil hinter ihrem Aussenminister, Bundesrat Deiss.
Gemäss der in der Tagesschau von SF 1 präsentierten GfS-Umfrage polarisiert die Abstimmung in der Parteienlandschaft immer mehr: Ganze 79% der SVP-Parteigänger wollen an der Urne einen Beitritt verhindern, bei der ersten Umfrage im Dezember war dieser Wert noch bei 76% gelegen.
Eine dritte Umfrage von SF 1 zum voraussichtlichen Abstimmungsverhalten ist im Februar vorgesehen.
swissinfo und Agenturen
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