Wasserlaster für Irak
Das Schweizerische Rote Kreuz schickt drei leere Tanklastwagen in den Irak. Dort werden diese Wasser transportieren.
Vor allem auf dem Land sind die Kriegsschäden sehr gross. Überall herrscht Mangel an sauberem Wasser.
Der Aufruf aus Genf vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erging an die nationalen Rotkreuzgesellschaften: «Wir brauchen sofort etliche Tanklastwagen, um Wasser zu verteilen.»
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) reagierte rasch und kaufte innerhalb von wenigen Stunden drei Tanklaster.
Beim Gebrauchtwagenhändler gekauft
«Wir schauten uns um auf dem Schweizer Occasionsmarkt. Aber es war gar nicht so einfach, drei den Vorschriften des IKRK entsprechende Lastwagen zu finden», sagt Peter Stampfli, der Koordinator der Hilfslieferungen des SRK gegenüber swissinfo. Nicht zu alt sollten sie sein und in gutem Zustand.
In der Ostschweiz wurden die Rotkreuz-Leute fündig. Die Laster wurden gekauft und gleich zum Umspritzen geschickt. Dreimal rund 60’000 Franken hat der Deal gekostet.
Für einmal habe man nicht auf dem lokalen Markt eingekauft, weil im Nahen Osten kaum Gebrauchtlastwagen zu finden seien. «Die fahren die, bis sie nicht mehr fahren», sagt Peter Stampfli.
Weiter musste gewährleistet sein, dass die Tanklaster immer nur Lebensmittel geladen hatten. Denn im Irak wird Wasser geladen, und da müssen die Tanks sehr sauber sein.
Einsatz in Südirak
Die weiss gespritzten Laster werden noch mit dem IKRK-Emblem versehen. Sie starteten am Montag Richtung Irak. Dieser Weg führt über Genf.
Zwei der Laster werden dort mit dem Frachtflugzeug nach Kuwait geflogen. Der dritte Laster passt nicht in den Flieger und «nimmt» den Landweg. Von Genf durch den Balkan nach Istanbul und dann weiter nach Jordanien.
Wo genau die Lastwagen schlussendlich Wasser transporieren, ist noch unklar. Vermutlich aber im Südirak.
Laut Peter Stampfli werden die Tanklastwagen dringend gebraucht. «Wie wir hören, sind die Zerstörungen auf dem Land und in den kleineren Städten sehr gross.» Dazu komme, dass Wasser in genügender Qualität und Menge schon immer ein Problem war in dieser Gegend des Irak.
Für Jahre im Einsatz
«Die Lastwagen werden das Wasser von den Sammelstellen zu speziellen Tanks bringen, wo es die Leute holen. Die Wasserlaster werden also ständig unterwegs sein.»
Später werden die Fahrzeuge den lokalen Rotkreuz-Gesellschaften überlassen. «So wird unser Kauf hier in der Schweiz wohl noch mehr als ein Jahrzehnt seine guten Dienste tun und Wasser bringen», sagt Stampfli.
Küchensets
Nebst den dringend benötigten Tanklastwagen schickt das SRK in den kommenden Tagen spezielle Küchen- und Spitalsets in den Irak. Auch sie wurden aus Genf angefordert.
Innerhalb des Irak seien viele Menschen unterwegs. «Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land», sagt Peter Stampfli.
In der Regel erhalten diese Menschen Nahrung, können sie aber nicht zubereiten. Auch Wasser muss abgekocht werden, da braucht es die Küchensets.
Das «Kitchenset» besteht aus Töpfen, Pfannen und Essgeschirr für fünf Personen. Gefertigt aus Aluminium in der Tschechischen Republik. Das SRK liefert demnächst 7000 Einheiten nach Irak.
Notmaterial für Spitäler
Das Spitalset enthält sämtliches Versorgungsmaterial, um in einem Spital oder Lazarett eine verwundete Person zu versorgen. Auch diese Sets werden dringend gebraucht, liegt doch die Versorgung von Verletzten auch ausserhalb der Zentren Bagdad und Basra im Argen.
Zwei Mal dreihundert Stück liegen fürs Erste bereit. Zusammen mit dem Küchenmaterial werden sie in diese Woche Bern verlassen. Zahlreiche weitere Hilfsgüter werden folgen. «Der Irak braucht noch lange Hilfe», ist Peter Stampfli überzeugt.
Sein Handy läutet. Zufrieden beendet der SRK-Koordinator das Gespräch. Der dritte Tanklaster sei auch gekauft und werde schon weiss gespritzt. Die Meldung geht nach Genf: «Alles OK, am Montag wird gefahren!»
swissinfo, Urs Maurer
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