Zeltner will Vertragszwang lockern
Der Direktor des Bundesamtes für Gesundheit will den Vertragszwang zwischen Ärzten und Krankenkassen lockern. Thomas Zeltner ist auch nach dem klaren Nein des Stimmvolks zum Gesundheitsartikel für eine Einschränkung der freien Arztwahl.
«Am liebsten wäre mir, wenn die Kassen mit allen Hausärzten Verträge abschliessen müssten, aber nicht mit allen Spezialisten», sagte er in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger. Allerdings sei es nach der Abstimmung vom vergangenen 1. Juni nicht einfacher geworden, gegen die Ärzte anzutreten.
Dennoch glaubt der Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, dass eine Vorlage zur Lockerung des Vertragszwangs vor dem Volk eine Chance hätte. «Man muss der Bevölkerung erklären, dass sonst zu viele Ärzte aus den Spitälern und aus dem Ausland eine Praxis eröffnen und damit die Prämien steigen.»
Zeltner wehrte sich zudem erneut gegen den Vorwurf von Wirtschaftsverbänden, er sei ein «Gesundheitstaliban». Unter seiner Ägide seien mehr Verbote aufgehoben als eingeführt worden, sagte er. Zudem sei es in Europa einmalig, dass Wirtschaftsorganisationen gegen die Krankheitsprävention Sturm liefen. Eine gesunde Bevölkerung sorge auch für ökonomische Stärke.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch