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CH/Milchmenge wird im Sommer um 62’000 Tonnen gekürzt

Bern (awp/sda) – Von März bis Juni sollen 62’000 Tonnen Vertragsmilch weniger auf den Markt kommen. Das entspricht rund 3000 Tonnen Butter. Die Branchenorganisation Milch (BO Milch) hat beschlossen, den Milchindex um 3,6% zu kürzen. Damit soll der Butterberg abgebaut werden.
Den Grundsatzentscheid, den Mengenindex für Molkereimilch von 103.6 auf 100 Punkte zu senken, hatte die BO Milch bereits Ende Januar gefällt. An der Sitzung vom Dienstag hat der Vorstand nun die Details beschlossen: So soll die Menge nicht übers ganze Jahr, sondern nur in den milchstarken Monaten – vom 1. März bis 30. Juni – gekürzt werden. Dies teilte die BO am Mittwoch mit.
Damit werden 62’000 Tonnen Milch (umgerechnet rund 3000 Butter) aus der sogenannten Vertragsmilch herausgelöst, um den Markt zu entlasten. Diese Milch muss zwingend an die Milchbörse gebracht werden, wo sie zu reinen Marktkonditionen gehandelt wird. Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) hatten gefordert, den Index um 10% zu kürzen.
Gleichwohl würdigen die SMP diesen Beschluss. «Materiell hat diese Massnahme denselben Effekt wie unser Vorschlag», sagte SMP-Sprecher Christoph Grosjean-Sommer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Wie die SMP zudem in einem Communiqué mitteilten, erwarten sie, dass die BO Milch die Verantwortung übernimmt für die konsequente Umsetzung und die Kontrolle der Marktakteure.
Sollte der Milchpreis über längere Zeit unter die festgelegte Schwelle von 53,2 Rappen pro Kilogramm fallen, so zieht die BO Milch eine Marktabräumung in Betracht. In diesem Fall würde die Börse geschlossen und eine noch nicht bestimmte Menge Milch zur Weltmarktpreisen verarbeitet und exportiert.
Der Richtpreis bleibt vorläufig bei 62 Rappen pro Kilo. Eine Erhöhung ist gemäss Einschätzung der Branchenorganisation derzeit nicht vertretbar – unter anderem, weil sie zur Überproduktion verleiten würde.
Die SMP bedauern gemäss Medienmitteilung, dass der Richtpreis nicht erhöht wird. Sie erwarten nun von den Marktakteuren, «dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen und für die Vertragsmenge zumindest im Durchschnitt das Richtpreisniveau einhalten». Wie Sprecher Grosjean-Sommer zur SDA sagte, war die Kürzung der Menge vorderhand wichtiger als der Richtpreis.
Vor Wochenfrist hatte der Bundesrat das dreistufige Milchmodell bis Ende Jahr für alle Milchproduzenten für verbindlich erklärt. Die sogenannte Vertragsmilch können Bauern zum Richtpreis von 62 Rappen an die Verarbeiter liefern. Ein weiterer Teil – die Börsenmilch – wird frei zu aktuellen Marktpreisen gehandelt. Und der Rest, die Abräumungsmilch, wird als Milchpulver auf den Weltmarkt geworfen.
In der BO Milch sind Milchbauern, Milchindustrie, Käsereien und Detailhandel vertreten. Sie wurde im Sommer 2009 gegründet.
mk

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