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Christa de Carouge: Keine Mode, sondern Stil

Die Schweizer Modedesignerin Christa de Carouge

(Keystone Archive)

Das neue Buch über 48 der inspirierendsten Europäerinnen, "Frauen mit Visionen", porträtiert auch die Schweizer Kleiderdesignerin Christa de Carouge.

De Carouge, die keine Mode, sondern Stil kreieren will, sieht mit dem Einbezug ins Buch die Bedeutung ihrer Arbeit bestätigt.

Christa de Carouge sieht ihre bedeutendste Leistung darin, dass sie die Konzeption des 'Structural Movement' aus der Architektur auf die Frauenbekleidung überträgt.

Sie hat sich mit ihrer komfortablen, praktischen Bekleidung in schwarz – ihrem Markenzeichen - einen Namen gemacht. Christa de Carouge besitzt in Zürich und Genf je eine Boutique.

Das in Deutschland erschienene Buch der Fotografin Bettina Flitner und der Autorin Alice Schwarzer beschreibt 48 Frauen aus 17 Ländern. Autorinnen, Politikerinnen und Frauenrechts-Aktivistinnen.

swissinfo: Gefällt Ihnen der Umstand, in diesem Buch erwähnt zu werden?

Christa de Carouge: Ich fühle mich von der weiblichen Welt bestätigt für das, was ich für Frauen getan habe, nicht nur in der Schweiz, sondern international. Darüber hinaus empfinde ich es als ein Dankeschön für mein Werk. Das macht mich natürlich glücklich.

Es gibt mir die Kraft, weiterzufahren in der Richtung, die ich eingeschlagen habe, und neue Gedanken zu entwickeln, ohne meinen eigenen Stil zu beeinträchtigen.

swissinfo: Sind Kleider wirklich wichtig?

C.C.: Ich glaube, dass heute Kleider von grosser Bedeutung sind. Wie wir uns kleiden, hat gegenwärtig einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert.

Ich denke, wir müssen eine bewusste Haltung in Sachen Kleidung einnehmen. Denn falls wir uns in den laufenden Modetrends weiterbewegen, werden die Modebewussten bald gar keine Kleider mehr tragen! Und das ist ja sicher nicht der Weg, den es einzuschlagen gilt.

swissinfo: Das Buch handelt von Frauen, die als Vorbilder erachtet werden. Welche Frauen haben Sie inspiriert, als Sie starteten?

C.C: Vor allem Französinnen, beispielsweise die Autorinnen Colette und Simone de Beauvoir. Ich liess mich von intellektuellen und denkenden Frauen inspirieren, die Änderungen auslösen wollten.

swissinfo: Wie sah 1965, als Sie begannen, Ihre Vision aus?

C.C.: Ich wollte bequeme und ästhetische Kleidung von guter Qualität entwerfen. Natürlich hat sich meine Arbeit weiterentwickelt.

Chanel hatte die Frauen von den Korsetts erlöst und mehr Behaglichkeit in die Bekleidung eingebracht. Auch ich habe etwas für das Anliegen der Frauen getan: Ich brachte die 'Structural Movement'-Konzeption ein – einen Ansatz, den man von der modernen Architektur her kennt.

Ich vergleiche deshalb mein Herangehen an die weibliche Bekleidung mit der Art, wie Le Corbusier ans moderne Haus-Design herangegangen ist.

swissinfo: An welche Art von Frauen denken Sie, wenn Sie Ihre Kleider entwerfen?

C.C.: Ich beziehe mich auf Frauen, die etwas erreichen. Denkerinnen und Arbeiterinnen, Frauen, die Humor und Esprit haben.

swissinfo: Weshalb fixieren Sie sich derart auf die Farbe schwarz?

C.C.: Schwarz war immer meine Lieblingsfarbe. Es ist die neutralste und blickdichteste Farbe. Sie bietet am meisten Schutz. Auch macht sie am wenigsten Probleme und ist wohl der urbanste aller Farbtöne in Europa.

swissinfo: Kürzlich haben Sie einige weitere Farben in Ihre Kollektionen eingeführt, wie rot und gelb.

C.C.: Ich tat dies 2003 zum Anlass des 25. Geburtstages des Christa de Carouge-Labels. Es handelt sich um Farben, die mir während meiner Reisen in Asien auffielen – in Tibet, Nepal, China und Japan. Farben die ich liebe.

Ich probierte diese Farben aus, als ein Geschenk an meine Kundschaft. Doch es handelt sich nur um ein Experiment, das bald vorüber sein wird. Schwarz wird immer die dominanteste Farbe für Christa bleiben.

swissinfo: Was steht nun an für Christa de Carouge?

C.C.: Der nächste Schritt sind leichtgewichtige Stoffe in schwarz. Kleider, in denen man gut reisen kann – leicht, bequem und waschbar.

Ich bin gerade dabei, leichte, flüssig fallende Stoffarten zu entwickeln, inspiriert von Nomadenvölkern. Aber mein Stil wird immer derselbe bleiben.

swissinfo-Interview: Morven McLean
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander Künzle)

Fakten

Biographie von Christa de Carouge:
1936 – in Basel geboren
1965 – Beginn des Kleider-Designs
1978 – Eröffnung der 1. Boutique in Carouge, Genf
1988 – 2. Boutique in Zürich
2004 – Wird als eine der 48 Europäerinnen porträtiert, die Frauen am meisten inspiriert haben.

Infobox Ende

In Kürze

Bettina Flitner und Alice Schwarzer:
"Frauen mit Visionen,
48 Europäerinnen"

Für das Deutsche Bundesministerium für Frauen und Familie hat sich die Fotografin Bettina Flitner daran gemacht, die weibliche Hälfte Europas sichtbar zu machen. Die Textporträts verfasste Alice Schwarzer.

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