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«Loch im Kopf» – Spitzenmedizin vor 6000 Jahren

Kreisrunde Löcher im Schädel eines keltischen Patienten. Gerhard Hotz

Natur-Museum Luzern, bis 7. November 2010

Bereits vor 6000 Jahren führten die Kelten in der Schweiz erfolgreich
Schädeloperationen durch.

Mit einer spitzen Feuersteinklinge wurde der Schädelknochen abgeschabt, bis ein kreisrundes Loch entstand.

Erstaunlich: 70 bis 80 Prozent der Patienten überlebten die Eingriffe – und das ohne die heute üblichen starken Narkosemittel.

Man versuchte jedoch schon damals, die Schmerzen zu lindern, beispielsweise durch das berauschende Bilsenkraut oder mit Mohnsamen.

Die vom Naturhistorischen Museum Basel gestaltete Ausstellung umfasst zwölf Schädel und «Operationsbesteck», wie es von der jüngeren Steinzeit bis ins frühe Mittelalter verwendet wurde. Zu sehen sind auch Haifischzähne und Muschelschalen, die im Südpazifik noch im 20. Jahrhundert für das Öffnen von Schädeln benutzt wurden.

In Luzern werden die Schädel in einer «Grabkammer» wirkungsvoll in Szene gesetzt. Dabei können sich die Besucher als Detektive betätigen und den Ursachen der Schädellöcher nachspüren. Denn nicht alle Löcher gehen auf Operationen zurück: manche sind angeboren, andere durch Krankheiten oder Kampf verursacht.

swissinfo.ch und Agenturen

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