Dürre-Situation bleibt in mehreren Baselbieter Gemeinden angespannt
Ein Ausflugs-Wasserfall als Rinnsal, erschwerte Kirschenernte und sinkende Grundwasserpegel: Die anhaltende Trockenheit macht mehreren Oberbaselbieter Gemeinden zu schaffen.
(Keystone-SDA) Sichtbar sind die Folgen etwa im Verbund Schafmatt, zu dem die Gemeinden Oltingen, Kilchberg, Rünenberg, Wenslingen und Zeglingen gehören. Der Eibach gleicht zurzeit einem Wanderweg, wie die Wenslinger Gemeindeschreiberin Anita Renggli am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.
Auch talaufwärts sieht es nicht besser aus: Der Wasserfall Giessen, ein beliebtes Ausflugsziel bei Kilchberg, ist zurzeit nicht mehr als ein Rinnsal, wie tagesaktuelle Videoaufnahmen des Gemeindeverbunds zeigen.
Baden wäre dort ohnehin nicht ratsam: Die Wasserqualität ist dort seit Jahren tief, wie die Proben des Kantons von letzter Woche einmal mehr bestätigten. Bloss einzelne kleine Zuflüsse in Zeglingen, etwa der Wisenbach und Nünbrunnbach, führen noch etwas Wasser, wie Renggli weiter sagte.
Viele Brunnen sind ausser Betrieb
Mehrere Gemeinden haben ihre öffentlichen Brunnen letzte Woche abgestellt. Dies ist auch in Sissach der Fall, wo der Grundwasserspiegel sinkt, wie Hoch- und Tiefbau-Sachbearbeiter Adrian Hasler bestätigte. Die Gemeinde hatte letzte Woche vermeldet, dass die Wasserpumpen am Limit seien.
Sissach ist zusammen Böckten, Thürnen und Zunzgen dem Zweckverband Wasserversorgung Wühre angeschlossen. Dieser speist sich aus Grund- und nicht aus Quellwasser. Mit dem sinkenden Pegel hält die Gemeinde an ihrem Rat fest, auf das Füllen von Pools oder Rassenbewässerung zu verzichten.
In Anwil schütten die Quellen noch Wasser, wie Gemeindeschreiberin Doris Schweizer gegenüber Keystone-SDA sagte. Die Frage sei aber, wie lange noch. Die Dürre beeinträchtige zurzeit die Kirschenernete. Da die Kirschen sehr schnell reif werden, müssen sie schnell und erst noch in der Hitze geerntet werden.
Der Kanton hat in den letzten Tagen mehrere Massnahmen ergriffen und insgesamt fünf Bäche abgefischt. Zuerst verfügte er über ein Wasserentnahmeverbot aus der Ergolz und heute Montag auch aus dem Birsig.