Das literarische Russland in Genf

Russische Literatur steht in Genf im Zentrum. Keystone

Russland ist Ehrengast am "21. Salon du livre et de la presse" in Genf, der vom 2. bis 6. Mai stattfindet.

Dieser Inhalt wurde am 01. Mai 2007 - 21:34 publiziert

Rund 500 Aussteller werden am Salon präsent sein. Dazu kommen zahlreiche Rahmenveranstaltungen, wie eine Ausstellung mit Werken des 1955 verstorbenen französischen Künstlers Fernand Léger.

Im Jahr 2006 wurden in Russland zum ersten Mal mehr als 100'000 Buchtitel veröffentlicht. Diese Zahl hat sich innerhalb von 10 Jahren verdreifacht. Die russische Literatur nimmt 21% des Weltmarktes ein.

Die Sowjetunion hat in den vergangenen Jahren riesige Umwälzungen erlebt. Die Frage ist, wie sich der Wandel in der neuen Literatur niederschlägt.

"Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der darauf folgenden Krise, haben zahlreiche Autoren diese Vorkommnisse in ihren Büchern verarbeitet", stellt der Journalist Guy Mettan fest. Mettan ist verantwortlich für den russischen Pavillon an der Genfer Buchmesse.

Ein Genfer war der erste Admiral

"Diese neuen Autoren setzen sich sehr stark mit der russischen Realität auseinander. Sie haben die Geschichte miterlebt. Ihre Texte sind gleichzeitig derb, brutal und verwirrend."

Die russische Präsenz in Genf steht unter dem Titel "Russland; die grosse Reise mit dem Buch" und umfasst Thementage und Ausstellungen, welche die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern thematisieren.

Guy Mettan erinnert an den Genfer François Le Fort, Reformer der russischen Armee unter Peter dem Grossen und erster Admiral der russischen Flotte. "Seither gab es immer wieder einen ziemlich intensiven kulturellen Austausch zwischen der Schweiz und Russland."

Sympathien nicht gegenseitig

Zahlreiche grosse russische Autoren und Intellektuelle haben zudem in der Schweiz gelebt. Von Dostojewski bis Nabokov, der im Palace Hotel in Montreux gestorben ist. Nicht zu vergessen ein gewisser Wladimir Iljitsch Uljanow, der spätere Lenin.

"Die Schweiz geniesst in Russland grosse Sympathien. Leider trifft das Umgekehrte nicht zu. Der Blick der Schweizer auf Russland ist ein kritischer Blick. Man spricht nicht von Putin, ohne den KGB zu erwähnen. Auch die Medien sind Russland gegenüber kritisch", beanstandet Mettan.

"Die Realität in Russland ist jedoch viel komplexer und vielfältiger. Eines der Ziele der russischen Präsenz am Buchsalon ist es, Vorurteile abzubauen", so Mettan.

2000m2 für Léger

Eine Ausstellung ist dem Maler und Kubismus-Pionier Fernand Léger (1881-1955) gewidmet. Sie beschäftigt sich mit der Beziehung Légers zur Welt des Spektakels und seiner aktiven Mitarbeit bei Bühnen- und Filmproduktionen.

Auf einer Fläche von mehr als 2000m2 sind mehr als 100 Gouachen, Aquarelle, Zeichnungen, Kostüme und Bühnenbilder zu sehen. Sie wurden von Museen und Galerien aus ganz Europa zur Verfügung gestellt.

swissinfo, Bernard Léchot
(Übertragung aus dem Französischen: Andreas Keiser)

In Kürze

Der internationale "Salon du livre et de la presse" wurde 1987 vom Lausanner Verleger Pierre-Marcel Favre ins Leben gerufen.

Die 21. Ausgabe findet vom 2. bis 6. Mai in den Genfer Palexpo-Hallen statt.

500 Aussteller und 300 Autoren werden dabei sein.

2006 konnte der Salon 115'000 Besucherinnen und Besucher verbuchen.

Seit 2003 findet in den Basler Messehallen die "BuchBasel" statt. Dieses Jahr dauert sie vom 11. bis 13. Mai.

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