Aamodt Sieger, Accola Sechster
Kjetil André Amodt ist erstmals Kombi-Olympiasieger. Bedrängt wurde er von Bode Miller, der nach einem 2. Lauf Silber holte. Paul Accola (6.) musste sich mit einem Diplom begnügen.
Aamodt, der Weltmeister von 1997, 1999 und 2001, legte die Basis zu seinem knappen Sieg in der Abfahrt, wo er mit Ausnahme von Lasse Kjus (0,18 zurück) und Paul Accola (0,83 zurück) allen über eine Sekunde abnahm.
Der Geheimfavorit Bode Miller, der – in Abwesenheit von Aamodt und Kjus – das Abschlusstraining für sich entschieden hatte, büsste bereits fast unneinholbare 2,44 Sekunden ein.
«Das war ein wilder Ritt», meinte der 24-jährige Amerikaner aus Franconia. Zweimal lag er fast am Boden. «Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als im Slalom voll anzugreifen». Das tat er – und geriet ein drittes Mal in akute Sturzgefahr und hatte vor dem zweiten Lauf immer noch einen gewaltigen Rückstand von 2,44 Sekunden.
Kjetil Andre Aamodt wog sich keinesfalls in falscher Sicherheit: «Auch ein Vorsprung von zweieinhalb Sekunden ist gegen einen Bode Miller noch keine sichere Rerserve».
Wie richtig seine Vermutung war, zeigte sich im zweiten Slalom-Lauf. Der Amerikaner, angefeurt von 25’000 Zuschauern, gab eine unglaubliche Demonstration seiner Gleichgewichtskünste und machte beinahe den gesamten Rückstand wett – bis auf winzige 28 Hundertstel. Damit rückte er vom 5. auf den 2. Platz vor und überholte noch die beiden Österreicher Benjamin Raich und Rainer Schönfelder.
Paul Accola verfehlte als Sechster die Bronzemedaille um 2,64 Sekunden. Immerhin reichte es dem 35-jährigen Bündner zu seinem fünften olympischen Diplom – neben seiner Bronzemedaille von 1988.
Didier Defago und Bruno Kernen schieden – nach ansprechenden Zwischenzeiten – bereits im ersten Slalom-Lauf aus. «Sportlich sind diese Olympischen Spiele für mich zum Vergessen», meinte Kernen, «aber vielleicht hat es diesen Knall gebraucht. Ich muss und werde jetzt im mentalen Bereich etwas unternehmen».
swissinfo und Richard Hegglin (Si)
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