Ältestes Holzhaus muss Standort wechseln
Der Heimatschutz ist mit dem Begehren, ein Holzhaus aus dem 12. Jahrhundert am angestammten Platz zu erhalten, vor Bundesgericht abgeblitzt.
Vergangenen März entschied der Schwyzer Regierungsrat, das im Hinterdorf in Schwyz gelegene Haus Nideröst aus dem kantonalen Inventar geschützter Bauten zu entlassen. Er folgte damit dem Begehren der Hausbesitzer, die einen Neubau errichten wollen.
Wiederaufbau an neuem Standort
Der wohl älteste erhaltene und bewohnte Holzbau Europas, dessen Kern bis ins Jahr 1170 zurückgeht, soll nun abgebaut und auf der Ital-Reding-Hostatt in Schwyz neu aufgebaut werden. Zu diesem Zweck bewilligte der Regierungsrat einen Kredit von knapp 60’000 Franken aus dem Lotteriefonds.
Der Schweizer Heimatschutz (SHS) hatte gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Schwyzer Verwaltungs-Gericht erhoben und die Erhaltung des Hauses an seinem angestammten Platz gefordert. Das Verwaltungs-Gericht in Schwyz trat auf eine Beschwerde des SHS aber nicht ein, worauf der Verband an das Bundesgericht gelangte.
Die Lausanner Richter verneinten indes das Beschwerderecht des SHS und wiesen dessen Verwaltungs-Gerichts-Beschwerde ab. Das Bundesgericht begründete seinen Entscheid damit, dass der Heimatschutz primär Aufgabe der Kantone sei.
Veto des Bundes möglich
Das Gericht wies aber darauf hin, dass der Bund die gesetzliche Möglichkeit hat, Denkmäler von nationaler Bedeutung zu erwerben.
Der Abbau-Entscheid des Regierungsrates habe die Voraussetzung geschaffen, damit der Bund nun von sich aus tätig werden könne, schreibt das Gericht. Es liege nun beim Bund, zu prüfen, ob und inwiefern Massnahmen zur integralen Erhaltung des Hauses an seinem jetzigen Standort anzuordnen seien.
Abbau in den nächsten Wochen
Ein Veto des Bundes ist indes kaum zu erwarten. Es sei keine Massnahme zum Erhalt des Hauses vorgesehen, sagte Heinrich Häusermann vom Bundesamt für Kultur. Er verweist dabei auf die zahlreichen Bemühungen, die der Bund zuvor unternommen habe.
Die Schwyzer Behörden wollen das Haus Nideröst in den nächsten Wochen abbauen. Ziel sei es, das Holz noch vor dem Winter ins Trockene zu bringen, sagte Denkmalpfleger Markus Bamert.
swissinfo und Agenturen
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