Affäre Abacha: An Staatsanwaltschaft überwiesen
Die Genfer Ermittlungen in der Affäre Abacha sind abgeschlossen. Es geht unter anderem um Geldwäscherei und um Beteiligung an einer kriminellen Organisation. Das Dossier wurde dem Genfer General-Staatsanwalt Bernard Bertossa übergeben.
Im Visier hat die Justiz Mohammed Abacha, den Sohn des verstorbenen nigerianischen Diktators, und einen Geschäftsmann aus Nigeria. Im Rahmen des Verfahrens wurden etwa 750 Mio. Franken auf Banken in der Schweiz blockiert.
Mohammed Abacha und der Geschäftsmann müssen sich wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Geldwäscherei, Betrug und unloyaler Geschäftsführung verantworten, wie der Genfer Untersuchungsrichter Georges Zecchin am Freitag (27.07.) einen Bericht der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» bestätigte.
Abacha-Sohn in Nigeria in Haft
Da Mohammed Abacha in Nigeria im Gefängnis sitzt, ist praktisch ausgeschlossen, dass er für den Prozess in die Rhonestadt kommen wird. Die Genfer Staatsanwaltschaft kann das Verfahren in dem Fall entweder in Abwesenheit abwickeln oder an Nigeria delegieren. Der angeklagte Geschäftsmann, der nicht in Nigeria lebt, könnte in Genf zum Prozess erscheinen.
Schweizer Verantlichkeiten noch untersucht
Der andere Aspekt des Verfahrens, die Untersuchung zu den Verantwortlichkeiten von Finanz-Intermediären in der Schweiz im Zusammenhang mit der Affäre Abacha, stehe erst am Anfang, sagte Zecchin. Die Justiz habe noch Zeit. Die Geschehnisse gehen auf 1996/1997 zurück – die Verjährungsfrist bei Geldwäscherei beträgt zehn Jahre.
Sani Abacha und sein Clan haben Schätzungen zufolge in der Zeit der Herrschaft des Diktators zwischen 1993 und 1998 mehr als vier Milliarden Dollar veruntreut. Die jetzige Regierung wird ihnen vor allem vor, die Zentralbank des Landes systematisch geplündert zu haben. Die Schweiz wurde in der Sache um Rechtshilfe gebeten.
swissinfo und Agenturen
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