«Alinghi» mit vollen Segeln
Auckland ist Mittelpunkt der Segel-Welt: Der America's Cup beginnt in der neuseeländischen Metropole.
Im härtesten Segelrennen der Welt messen sich die teuersten High-Tech-Boote. Die Schweizer «Alinghi» hat gute Chancen.
Die «Alinghi» ist erfolgreich in die Ausscheidungsfahrten um den America’s Cup gestartet. Das als Favorit gehandelte Schweizer Syndikat war gegen die Franzosen von «Le Défi Areva» jederzeit überlegen und überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von 4:48 Minuten.
Die Franzosen hatten auf dem Kurs «Romeo» nie eine Chance, die Schweizer hatten das viel schnellere Boot. Sie übernahmen die Spitze unmittelbar nach der Startlinie und kamen zu einem Start-Ziel-Sieg. Mit Navigator Ernesto Bertarelli sowie den Grindern Dominik Neidhart und Enrico De Maria waren auch drei Schweizer in der 16-köpfigen Crew um Steuermann Russell Coutts dabei.
Unerbittliche Regeln
Die Regeln sind unerbittlich: Neun Herausforderer messen sich in der Bucht vor Auckland. Nach neun Rennen gibt es nur noch ein einziges Boot.
Die siegreiche Crew darf dann gegen den Titelhalter antreten: Das Team New Zealand.
Duelle auf hoher See
Der America’s Cup ist ein Match zwischen Segelschiffen. Ein komplexes Duell, wo nur das stärkste, schnellste oder trickreichste Boot als Sieger hervor gehen kann.
Der Wettkampf besteht aus zwei Teilen: Den Auscheidungen, dem sogenannten Louis Vuitton Cup (LVC), und dem Final, dem America’s Cup.
Die Ausscheidungen vereinigen dieses Jahr neun Equipen aus sechs verschiedenen Ländern. In neun Rennen während vier Monaten wird jenes Boot ausgewählt, das den Titelverteidiger herausfordern darf.
Dieses darf dann im Februar im America’s Cup gegen das Team New Zealand antreten, das den Titel zum zweiten Mal verteidigt.
Schweizer «Alinghi» mit guten Karten
«Die Schweizer Herausforderung ist ein weisses Blatt Papier. Ernesto Bertarelli hat sehr diskret alles gemacht, was man machen muss: Er hat die beste Mannschaft und das beste Paar von Skipper und Taktiker», sagt Bruno Troublé, der Organisator des LVC.
Troublé sieht im Team des reichsten Schweizers einen der grossen Favoriten. Einziges Problem: «Man darf sich fragen, wie gut das Design-Team war. An der «Alinghi» hat keiner der drei oder vier Architekten gebaut, welche die letzten Jahre im America’s Cup dominiert haben», gibt Troublé zu bedenken.
Wie alles begann
Im März 2000 begegneten sich Russel Coutts und Ernesto Bertarelli. Die beiden Männer entdecken eine Chemie zwischen sich; menschlich, sportlich und sicher auch finanziell. Zwei Monate später wird die Herausforderung offiziell bekannt gegeben.
Aber «Alinghi» war nicht die einzige Schweizer Equipe, die mitmachen wollte. Das Team Watch Out hinter Sportmanager Marc Biver, hatte den Start-Beitrag bereits bezahlt. Doch wenige Monate später scheiterte diese Kandidatur und Finanzproblemen.
Kampf um eine alte Trophäe
Damit hat Biver verspielt, worum Bertarelli immer noch kämpfen will: Den Cup, den Auld Mug oder einfach The Trophy. Was aussieht wie eine zerdrückte Giesskanne, 3,8 Kilogramm schwer und 68 Zentimeter hoch ist, ist der älteste Wander-Pokal.
1848 in London gefertigt, beherbergte ihn 132 Jahre lang der New Yorker Jachtclub, der den Titel in dieser ganzen Zeit in den Händen behielt. Erst 1983 gewann Australien den Cup als erstes nichtamerikanisches Team. Doch vier Jahre später ging der Pokal wieder zurück in die USA, um erst wieder 1995 nach Neuseeland zu gehen, das ihn vor zwei Jahren auch verteidigte.
Und jetzt fragt sich die ganze Segelwelt, wo seine nächste Heimatstation werden wird.
swissinfo
Im Louis Vouitton Cup segeln neun Herausforderer gegeneinander, bis ein einziges Team übrig bleibt.
Der Sieger tritt gegen den Titelverteidiger Neuseeland an.
Dem einzigen verbleibenden Schweizer Team Alinghi werden gute Chancen eingeräumt.
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