André Bucher überzeugt auch in Rom
Der Schweizer 800-m-Läufer André Bucher sorgt weiterhin für positive Schlagzeilen. Beim Golden- League- Meeting in Rom lief der Luzerner am Freitag (30.06.) in 1:44,44 auf Platz 2.
Bucher musste sich nur von Paris-Sieger Djabir Said-Guerni um 12 Hundertstel geschlagen geben.
Der Norwegerin Trine Hattestad (No) gelang ein Weltrekord im Speerwurf mit 68,22 m. Die 100-m- Sprints gingen an die US-Stars Maurice Greene und Marion Jones.
Mit Jahres-Weltbestzeiten brillierten Allen Johnson und Gail Devers über die kurze Hürdenstrecke sowie Nezha Bidouane (Mar) und Thomas Eric (USA) über 400 m Hürden. 1500-m-Läufer Noah Ngeny (Ken) und Ali Saidi Sief (Ken) über 5000 m sorgten für zwei weitere weltweite Saisonbestleistungen.
Der Weltrekord von Hattestad
Die zweifache norwegische Ex-Weltmeisterin Trine Hattestad (34) übertraf mit 68,22 m im vierten Versuch den bisherigen Weltrekord von Mirela Manjani-Tzelili (Grie) von 67,09 um mehr als einen Meter.
Weltmeisterin Manjani war nach Einführung des neuen Speers am Ende der letzten Saison als erste Weltrekordlerin geführt worden. Die 68,19 m von Hattestad vom 28. Juli letzten Jahres in Bergen waren wegen zu spät erfolgter Dopingkontrolle nicht als Weltrekord anerkannt worden.
Bucher leicht enttäuscht
«Ich habe mir das Rennen viel schneller vorgestellt», sagte der leicht enttäuschter André Bucher, der eigentlich auf eine 1:43-er-Zeit gehofft hatte. Das Rennen wurde nicht in regelmässigem Tempo absolviert, weil sich in der römischen Metropole hinter Edel- Pacemaker David Kiptoo ein Loch auftat.
Bucher hielt sich stets in den vorderen Position auf. Die 400 Meter passierte er als Vierter und nach 600 m (Durchgangszeit 1:18) lag er bereits an 2. Stelle. Dritter wurde Japhet Kimutai (Ken) in 1:44,77.
Greenes und Jones‘ erster Golden-League-Start
Das Augenmerk aus internationaler Sicht war auf den Sprinter Maurice Greene gerichtet, der wie Marion Jones heuer erstmals der Golden League seine Aufwartung machte. Der Jahresschnellste (9,91) gewann in Rom mit 9,97.
Francis Obikwelu (Nig) und Greenes Trainingskollege Ato Boldon (Tri) – beide in 10,00 – forderten dem dreifachen Weltmeister alles ab. Greenes Jubelsprünge im Ziel dokumentierten, dass zwei Saisonniederlagen an seinem Selbstbewusstsein genagt hatten.
Im 100-m-Sprint der Frauen gab sich Weltmeisterin Marion Jones in 10,91 mit leichtem Rückenwind keine Blösse. Sie bleibt seit ihrem Comeback 1997 somit weiterhin ohne Niederlage.
Die Athletin, die in Sydney fünf Goldmedaillen gewinnen will, blieb 7 Hundertstel über ihrer Saisonbestzeit. Überraschend war hingegen der 2. Platz von Europameisterin Christine Arron (Fr), die in 10,99 ebenfalls unter 11 Sekunden blieb.
Nach dem zweiten Golden-League-Meeting stehen bloss vier Aktive mit zwei Siegen in den insgesamt zwölf «Jackpot-Disziplinen» da. Es sind dies Ali Saidi-Sief (5000 m), Weitspringerin Tatjana Kotowa (Russ), die 1500-m-Läuferin Kutre Dulecha (Äth) und der Stabhochspringer Maksim Tarassow (Russ). Um am Jackpot zu partizipieren, werden heuer in den 7 GL-Meetings 5 erste Plätze verlangt.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch