Aus der Traum
Das Schweizer Eishockey-Nationalteam ist nach einer 2:5-Niederlage gegen die Ukraine in der Vorrunde ausgeschieden.
Zwei Tage nach dem 3:3 gegen Frankreich verlor das Schweizer Eishockey-Nationalteam gegen die Ukraine und kann die Finalrunde nicht mehr erreichen. Statt einer Steigerung oder einer Reaktion gab es noch einen Leistungsabfall.
Am Anfang des Wegs in die Niederlage stand wieder ein dummes Gegentor. Nach bloss 128 Sekunden ermöglichten Martin Steinegger, der in der neutralen Zone die Scheibe verlor, und David Aebischer, der den ersten Schuss nach vorne abwehrte, Oletski mit einem Shorthander das Führungstor für die Ukraine.
Nichts klappte
Dieses 0:1 war noch nicht der defensive Tiefpunkt im Schweizer Spiel. Der wurde nach 79 Sekunden des zweiten Drittels erreicht, als Aebischer Patrick Sutter hinter dem Tor die Scheibe wegnahm, dann Aebischer und Sutter den Puck nicht aus der Gefahrenzone brachten, Sandy Jeannin seinen Stock verkehrtherum (mit der Schaufel oben) in der Hand hatte und Sutter zu guter Letzt die Scheibe mit dem Schlittschuh zum 1:3 ins eigene Netz lenkte.
Lebenszeichen kamen zu spät
Fehlender Kampfgeist darf der Schweizer Equipe nicht unterstellt werden. Wie bereits gegen Frankreich stemmte sich das Krueger-Team gegen die Niederlage an. Die Hoffnung nach den Toren von Sandy Jeannin (1:2) und Ivo Rüthemann (2:3) währte mit fünf und drei Minuten aber bloss kurz.
Das letzte Schweizer Lebenszeichen kam fünf Minuten vor Schluss, als der Torhüter im Powerplay während mehr als einer Minute einem zusätzlichen Feldspieler wich. Tatsächlich wurde dadurch nochmals Gefahr erzeut – zuerst vor dem gegnerischen, dann vor dem eigenen Tor.
Torhüter Aebischer früh weg
Der Schweizer Keeper hiess zu jenem Zeitpunkt längst Martin Gerber. David Aebischer vermochte wie schon gegen Frankreich nicht zu überzeugen, strahlte nie Ruhe aus und liess drei von zehn Schüssen passieren.
Dem Torhüter die Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre allerdings billig. Die Schweizer agierten chaotisch, insbesondere im Abwehrverhalten. Die Linie von Ralph Krueger, die der Schweiz in den letzten vier Jahren zu beachtlichen Erfolgen verhalf, war am Olympia-Turnier (bislang) überhaupt nicht zu sehen.
Wie der Slowakei, dem anderen grossen Favoriten der Vorrunde, droht nun auch den Schweizern der letzte Gruppenplatz und die Verbannung in das Klassierungsspiel um den 13. Platz. Die Schweiz spielt am Mittwoch noch gegen Weissrussland. Die Platzierungsspiele folgen am Donnerstag.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch