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Bankier-Ängste ums Bankgeheimnis

SBVg-Präsident Georg F. Krayer wehrt sich gegen eine "schleichende Aushöhlung" des Bankgeheimnisses. Keystone

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat vor einer schleichenden Aushöhlung des Bankgeheimnisses gewarnt. Kritik am Kampf der Schweiz gegen die Geldwäscherei wies Bankierpräsident Georg F. Krayer scharf zurück.

Im Vorfeld der Verhandlungen der Schweiz mit der EU über Betrugsbekämpfung, Zinsbesteuerung und die Teilnahme an den Abkommen von Schengen und Dublin erinnerte der SBVg-Präsident der am Donnerstag in Kloten vor den Medien an die Interessen des Finanzplatzes bei Rechts- und Amtshilfe. Die Schweiz habe eine lange Tradition der Rechtshilfe in Strafsachen. Darauf lasse sich auch im Verhältnis zur EU bauen. Dies sei wirksamer und sinnvoller als neue allgemeine, aber ungenaue Grundsätze aufzustellen.

«Eine schleichende Aushöhlung des Bankkunden-Geheimnisses durch einen uferlosen Ausbau der Amtshilfe oder durch die spätere Übernahme des ‚acquis communautaire‘ ohne Mitwirkung darf es nicht geben», sagte Georg F. Krayer.

Finanzplatz-Image steht auf dem Spiel

Mit Nachdruck wandte sich der SBVg-Präsident gegen die Kritik am Schweizer Kampf gegen die Geldwäscherei. Dem veritablen Theater um die Kontrollstelle des Bundes für die Überwachung des Nichtbanken-Sektors habe es oft an Tiefe und Weitsicht gemangelt. Die Banken seien von den vorübergehenden Schwierigkeiten bei der Kontrollstelle nicht direkt betroffen, doch stehe das Image des gesamten Finanzplatzes auf dem Spiel.

Belehrungen über die Geldwäscherei-Bekämpfung seien fehl am Platz. Die Schweiz habe als erstes Land ein umfassendes Regelwerk erlassen. Besonders abstrus sei Kritik aus dem Ausland, wenn es ein solches Gesetz in den entsprechenden Ländern nicht gebe. Krayer wandte sich auch klar gegen Abstriche an der Selbstregulierung. Die Forderung nach einer neuen staatlichen Superbehörde wies er zurück.

Für UNO-Beitritt

An der Medienkonferenz im Vorfeld des Bankiertags vom Freitag in Lugano befürwortete Krayer den Beitritt der Schweiz zur UNO. Es gebe keine vernünftigen Gründe dagegen. «Es gibt nicht nur die Schweizer Sicht der Dinge, sondern auch die Sicht jener, die anders leben und denken als wir», sagte er. Abseits zu stehen sei je länger desto unsinniger.

Klar wandte sich Krayer gegen die Kapitalgewinnsteuer-Initiative der Gewerkschaften und sprach sich für die Annahme der so genannten Schuldenbremse aus. Über beide Vorlagen wird am kommenden 2. Dezember abgestimmt.

USA immer noch Finanzplatz Nummer eins

Für den SBVg-Präsidenten bleiben die USA auch nach den verheerenden Attentaten vom Dienstag grösster Finanzplatz der Welt. Zu einem möglichen Rückzug von Schweizer Banken aus den USA sagte Krayer, der Moment des Schocks und der menschlichen Tragödie sei der falsche Moment, eine solche Entscheidung zu treffen. «Die USA werden die Wirtschaftsmacht und das Investitionsgebiet Nummer Eins bleiben».

Bin Ladens Geld

Ob direkt oder indirekt Gelder des mutmasslichen Attentäters Osama Bin Laden auf Schweizer Banken seien, konnte Krayer nicht sagen. Ihm sei nichts bekannt. Die allgemeinen Massnahmen zur Abwehr krimineller Gelder deckte jedoch auch diesen Bereich ab.

Ausbildungsoffensive

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat gleichzeitig eine Ausbildungs- und Kommunikations-Offensive angekündigt. Damit sollen die Entwicklungen im Bankengeschäft berücksichtigt und Vorurteile im Ausland ausgeräumt werden. Die Ausbildung professioneller Bankiers werde anforderungsreicher, hiess es an der Medienkonferenz.

swissinfo und Agenturen

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